News Flash

Nach meinem Sturz-bedingten Ausscheiden beim IRONMAN Barcelona war es hier länger ruhig… Das lag zum einem daran, dass ich aufgrund der Verletzungen drei Wochen mit dem Training aussetzen musste und deshalb die Pläne für ein weiteres spätes Rennen in diesem Jahr über den Haufen warf. Zum Anderen kostete die Verlagerung unseres Lebensmittelpunktes nach Rostock einiges an Zeit und Energie.

Für diesen Schritt entschieden haben wir uns aus mehreren Gründen. Einen großen Anteil haben natürlich die nahezu perfekten Trainingsbedingungen in der Hansestadt. So kann ich jeden Tag, teilweise mehrere, Schwimmzeiten nutzen und stets mit starken Jungs zusammen trainieren. Mittlerweile stehe ich wieder voll im Training und konnte ein paar gute Wochen komplikationslos absolvieren. Am 4. November startete ich beim Schneckenlauf in Graal-Müritz und gewann die (knapp-)10-km-Strecke nach 32:10 min.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee, wo ich bei frühlingshaften Bedingungen einige gute Einheiten absolvieren konnte, geht es Anfang Dezember schon in das erste Trainingslager. Auf Lanzarote werde ich, unter anderem, mit Andy Raelert und David Breuer kräftig an der Form feilen und mir den Weihnachtsbraten verdienen.

Die Planungen für die neue Saison laufen ebenfalls auf Hochtouren. Bereits früh im Jahr möchte ich das erste Rennen absolvieren, sofern sich unser neuer Familienzuwachs nicht deutlich verfrüht ankündigt. Auch an der Sponsorenfront wird es wohl einige spannende Neuerungen geben. Ich freue mich schon, wenn ich ich Euch bald hier darüber berichten kann. 🙂

 

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Einen Ausflug…

… in ungewohntes Terrain machte ich gestern beim Maschsee Triathlon Hannover. Ich gab mein Debüt in der 2. Bundesliga für das TriTeam triZack Rostock. Das bedeute 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren mit Windschattenfreigabe und 5 km Laufen.

Beim Schwimmen konnte ich mich am Ende der Spitzengruppe positionieren, befand mich nach einem schwachen Wechsel aber nur in der kleineren zweiten Radgruppe. Wir arbeiteten gut zusammen und konnten nach ca. 13 km zur Spitzengruppe aufschließen. Etwa 3 km vor Ende der Radstrecke ergab sich für mich die Möglichkeit zur Attacke, die ich natürlich nutzte und so ca. 10 sec Vorsprung auf das große Feld heraus fahren konnte.

In Hinblick auf den abschließenden Lauf, war das vielleicht nicht das cleverste, es hat allerdings richtig Spass gemacht.

Da auch mein zweiter Wechsel in die Hose ging, war mein kleiner Vorsprung direkt wieder dahin und ich ging irgendwo um Platz 20-25 zum Laufen. Der erste Kilometer fiel sehr schwer und als ich meinen Laufrhythmus endlich gefunden hatte, war das Rennen nach insgesamt gut 57 min auch schon zu Ende. Im Ziel war ich schließlich auf Platz 18 und meine Uhr zeigte einen Schnitt von 3:19 min/km für die 5 km an.

Eine insgesamt ordentliche Leistung und Top20 in meinem ersten Bundesliga Rennen stellten mich wirklich zufrieden. Zudem war es ein guter, intensiver Trainingsreiz und machte richtig Spass! In der Endabrechnung belegte unser Rostocker Team einen starken 6. Tabellenplatz (von 18 Mannschaften.) Das macht definitiv Lust auf mehr und ich hoffe, im nächsten Jahr noch ein paar zusätzliche Liga-Wettkämpfe in meine Saisonplanung integrieren zu können!

Bergauf…

… ging es nach der Enttäuschung in Schweden beim IRONMAN 70.3 Zell am See – Kaprun am vergangenen Sonntag. Und damit meine ich nicht nur die Strecke sondern auch mein Wettkampfergebnis, denn in dem sehr stark besetzten Profifeld konnte ich den 6. Platz erkämpfen.

Die Reise nach Zell am See war schon länger geplant. Aber eigentlich wollte ich nach dem IRONMAN Schweden gar nicht selber starten sondern meinen Kumpel und von mir trainierten Sportler Jonas unterstützen. Für den Fall, dass mein Rennen in Schweden in die Hose geht, meldete ich mich vorsichtshalber an. Und so kam es schließlich, dass ich doch an der Startlinie stand.

Nach jeder Menge Reiserei und reichlich Training in der Woche vorher ging ich zwar fit aber nicht sehr erholt in den Wettkampf. Als ich noch am Donnerstag die Radstrecke komplett abfuhr, wurde mir klar, dass ich es mit meiner Größe von 1,93 m und 80 kg Kampfgewicht im 13 km langen und am Ende extrem steilen Anstieg zum Filzensattel sehr schwer haben würde. Und da man die Physik bekanntlich nicht besiegen kann, malte ich mir keine allzu großen Chancen aus.

Der für 11 Uhr angesetzte Start war sehr angenehm und man konnte am Morgen in Ruhe alle Vorbereitungen treffen. Kurz vor dem Startschuss für die 29 Profi Männer lichtete sich der Nebel, die Sonne kam heraus und sorgte für eine tolle Atmosphäre.

Das Schwimmen verlief ordentlich. Ich fühlte mich zwar nicht besonders gut, stieg aber schließlich mit weniger als einer Minute Rückstand auf den Führenden Nils Frommhold als 10. aus dem Wasser und nach einem schnellen Wechsel als 9. aufs Rad.

Auf den ersten, recht flachen, 22 km arbeite ich mich auf Platz 6 vor und sah die nächsten beiden Plätze in Form von Ivan Rana und Lukas Hollaus bereits vor mir. Doch dann begann der Anstieg und damit mein Leiden… Ich musste etliche, deutlich leichtere, Mitstreiter passieren lassen und fiel auf den 12. Rang zurück. Das war schon ziemlich deprimierend, denn ich fuhr absolut im, für mich, roten Bereich. Die letzten 1,6 km mit 12-14 % Steigung zogen mir dann richtig den Stecker.

Doch es gab ja nach 55 km zu fahren. Nach einer längeren Abfahrt waren auf der restlichen Strecke flache, schnelle Passagen sowie verwinkelte Ortsdurchfahrten und immer wieder kleine giftige Anstiege zu bewältigen. Meine Beine brannten, doch ich hielt den Kopf unten, das Tempo hoch und hoffte die nächste Gruppe vor mir noch einzuholen. Dies gelang mir schließlich nach 75 km und ich schloss im Ort Kaprun auf sechs Athleten auf. Dort fackelte ich nicht lange, ging an einem kurzen Anstieg an allen vorbei und drückte in der folgenden Abfahrt richtig auf’s Tempo. Nur zwei konnten folgen und rollten kurz nach mir in die Wechselzone.

Nach einem sehr flotten Wechsel ging ich an Position 8 kurz vor Ivan Rana auf die ,ebenfalls anspruchsvolle, Laufstrecke. An einem guten Tag hätte ich mit dem bekannt starken Läufer vielleicht mitrennen können, dieses mal musste ich nach dieser “Rad-Tortour“ mein eigenes Tempo finden und einfach nur kämpfen.

In der ersten von zwei Runden legte ich sogar eine kurze Gehpause ein, die Beine schrien einfach nur ‘Aufhören!’ Beim Laufabschnitt durch das Zeller Ortszentrum sah ich die nächsten Plätze vor mir und schöpfte noch mal frische Motivation, auch dank den tollen Anfeuerungen des Mohrenwirt-Teams, inklusive Chef Jakob, und vielen weiteren bekannten Gesichtern.

Mittlerweile war ich auf Platz 6 vor gelaufen, hatte aber Lukas Hollaus direkt im Nacken. Nach ca. 15 km konnte ich eine kleine Lücke reißen, mehr als 100 m ließ mich ‘Luki’ allerdings nicht weg kommen. Mit letzter Kraft rettete ich meinen Vorsprung bis in den Zielkanal, wo ich von den unzähligen jubelnden Zuschauern bis ins Finish getragen wurde.

Ich war wahnsinnig erschöpft aber glücklich, das es vorbei war und ich mit einem ordentlichen Ergebnis belohnt wurde. Ich habe wirklich alles gegeben und das maximale heraus geholt, was für mich an diesem Tag und auf dieser Strecke möglich war. Jetzt freue ich mich auf den, deutlich flacheren, IRONMAN 70.3 Rügen in knapp zwei Wochen und den kleinen Abstecher auf die Sprintdistanz in der 2. Bundesliga in Hannover am kommenden Samstag.

Fotos: Marcel Hilger, Andreas Wünscher/ Triaguide, Getty Images

Ein schnelles Ende

Nach nicht mal einer Wettkampfstunde musste ich gestern den IRONMAN Schweden nach einem Radsturz leider beenden.

Es ist natürlich extrem ärgerlich und frustrierend, wenn man sich so lange auf diesen einen Tag vorbereitet, top fit und super vorbereitet an den Start geht und dann die hart erarbeitete Form nicht in ein gutes Resultat umsetzen kann. Je mehr ich mich im Vorfeld des Rennens mit der Stadt und der Strecke vertraut machte, umso mehr wuchs meine Vorfreude. Positiv angespannt und motiviert ging es schließlich Samstagmorgen los. Zwar hatte es am frühen Morgen noch mehrere Stunden stark geregnet, der Tag sollte aber trocken und teilweise sonnig werden. Also alles perfekt, eigentlich.

Ich erwischte einen guten Schwimmstart, hielt mich aus Rangeleien raus und schwamm die ersten ca. 400 m an der Spitze des Feldes mit. Zwei Athleten konnten sich dann etwas absetzen, ich hielt zusammen mit dem Schweden Karl Johan Danielsson das Tempo hoch und der Australier Cameron Wurf folgte an unseren Füßen. Nach ziemlich genau 50 min stieg ich als vierter aus dem Wasser und an selber Position auf’s Rad.

Ich freute mich über die perfekte Ausgangsposition und war mir sicher zusammen mit den beiden anderen radstarken Sportlern die beiden Führenden auf der flachen Radstrecke schnell einzuholen. Der Asphalt war noch sehr nass und rutschig, so dass ich (eigentlich) sehr vorsichtig los legte. Nach nicht mal einem Kilometer, im ersten Kreisverkehr, passierte es dann trotzdem. Ich rutschte, wie auf Glatteis, weg und knallte hart auf die linke Seite. Ich wollte direkt aufstehen und weiter fahren, allerdings war mein Lenker verdreht und zudem gerissen, die Kette klemmte und die Bremse schleifte… zudem kamen, neben Schwürfwunden, recht starke Schmerzen in der Hüfte, weshalb ich frustriert zurück Richtung Wechselzone humpelte und das Rennen aufgab.

Jetzt versuche ich nach vorn zu schauen. Die Verletzungen scheinen nicht langwierig zu sein und das Material ist reparabel. Zudem ist die Form ja nicht plötzlich weg und ich habe noch keine Langdistanz in den Knochen, von der ich mich erholen muss. Sollte alles gut gehen, werde ich nächste Woche beim IRONMAN 70.3 Zell am See starten. Anschließend steht ein Rennen über die Sprintdistanz im Rahmen der 2. Bundesliga in Hannover für TriZack Rostock auf dem Programm, bevor ich eine Woche später den IRONMAN 70.3 Rügen in Angriff nehmen werde. Beim IRONMAN Italy am 24. September werde ich dann den nächsten Versuch über die Langdistanz starten und schon einmal Richtung Hawaii-Qualifikation 2018 schielen. Bis dahin versuche ich einfach jeden Tag noch ein bisschen besser zu werden! 😉

 

 

 

 

Mein erstes Mal…

… auf dem Podium eines IRONMAN 70.3 Rennens. Das war schon ziemlich geil! Ich wusste im Vorfeld, dass die Form super und eine Top3 Platzierung in Gdynia möglich ist. Dass ich es auch wirklich umsetzen und auf dem dritten Platz landen konnte, macht mich richtig glücklich. Zwei Wochen vor dem IRONMAN Schweden kam dieses Erfolgserlebnis jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ein paar Worte zum (spannenden) Rennverlauf:
Das Schwimmen in der, vom Wind aufgewühlten Ostsee, war solide. Ich kam in der großen Verfolgergruppe mit 1:15 min Rückstand auf die Spitzenreiter aus dem Wasser. Mein erster Wechsel war nicht wirklich perfekt und ich ging als 14. aufs Rad.

Die Radstrecke in Polen führt auf einer großen Runde durch das idyllische Hinterland, ist mit 650 hm ziemlich hügelig und windanfällig. Auf den ersten flachen Kilometern musste ich die Lücke zur Gruppe wieder schließen. Kurz vor dem ersten längeren Anstieg war ich dran und setzte mich wenig später im Anstieg an die Spitze. Nach ca. 25 km hatten wir die nächste Gruppe erreicht. Ich überlegte kurz, ob ich in der, mittlerweile ziemlich großen, Gruppe weiter mitrolle und auf meine Laufstärke setze oder aber mein eigenes Rennen weiter durchziehe. Schnell entschied ich mich für letzteres, donnerte in einem längeren Bergabstück an allen vorbei und konnte direkt eine kleine Lücke reißen. Ich schielte ab und zu nach hinten und sah, dass ich meinen Vorsprung langsam aber sicher ausbauen konnte. Also orientierte ich mich weiter nach vorn und schon bald tauchten drei weitere Athleten am Horizont auf. Ich hielt das Tempo hoch, konnte schließlich nach ca. 75 km die dritte Position übernehmen und bis zum zweiten Wechsel noch 20 sec auf den nächsten Verfolger heraus fahren. Am Ende zeigte mein Garmin Computer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 41 km/h für die exakt vermessenen 90 km an. Damit war ich ganze sechs Minuten schneller auf Radstrecke unterwegs als im Vorjahr und ging entsprechend motiviert zum Laufen.

Auch der Halbmarathon ist in Gdynia ziemlich genau vermessen und durch einige Höhenmeter und Wendepunkte nicht ganz einfach zu laufen. Ich lief kontrolliert mit einer Pace von knapp über 3:30 min/km los und fand gut in meinen Rhythmus. Der Rückstand auf Manuel Küng und Boris Stein an Platz 1 und 2 nach dem Radfahren betrug knapp 5 bzw. 4 Minuten. Ich wusste, dass wenn ich mein Tempo halten würde, bin ich vorne dabei. Nach der ersten Runde hatte Boris die Führung übernommen, Manuel war schon etwas zurück gefallen und ich machte auf beide etwas Zeit gut. Von hinten kam allerdings Christopher Hettich angeflogen und überholte mich nach ca. 9 km. Ich war schon richtig flott unterwegs, hatte aber keine Chance sein Tempo mitzugehen und konzentrierte mich weiter auf mich selbst.

Nach zwei von drei Runden betrug der Rückstand auf Manuel, der mittlerweile auch von Christopher überholt wurde, nur noch 15 Sekunden und nach ca. 16 km übernahm ich wieder Platz drei. Manuel blieb ca. 1 km lang dran, doch ich konnte noch eine kleine Schippe drauf legen und mich absetzen. Beim vorletzen Wendepunkt, knapp 3 km vor dem Ziel, sah ich, dass mein Vorsprung schon relativ groß war und ich war mir sicher, dass es reichen würde. Auf den letzten Kilometern konnte ich die tolle Stimmung bewusst wahrnehmen und lief überglücklich durch das gut gefüllte Zielstadion am Strand von Gdynia. Die Uhr blieb bei 3:53:58 h stehen. Das bedeutete nur knapp 2 min Rückstand auf Boris Stein, persönliche Bestzeit auf einer korrekt vermessenen Mitteldistanz und mit 1:13:52 h auch Bestzeit für den abschließenden Halbmarathon! Im Vorjahr hätte die Zeit für den Sieg gereicht, in diesem Jahr waren zwei Athleten einfach stärker! 😉

Meine Entscheidung, nicht beim IRONMAN Hamburg zu starten und dafür den Wettkampf in Polen noch mitzunehmen, hat sich also schon voll bezahlt gemacht. Jetzt hoffe ich, die gute Form auch auf der Langdistanz im schwedischen Kalmar am 19. August in eine gute Platzierung und Zeit umsetzen zu können. Trainiert habe ich jedenfalls entsprechend und ich freue mich auf mein zweites Rennen über 8 h plus, oder vielleicht sogar minus! 😀

Ich halte Euch auf dem Laufendem…

 

Endlich erfolgreich am Chiemsee…

Der Eberl Chiemsee Triathlon ist wirklich ein, in Deutschland, einzigartiges Rennen. Es ist professionell aber dennoch herzlich und familiär organisiert und alle Athleten bekommen ein tolles Wettkampfwochenende geboten. Man spürt, wie die Gemeinde Chieming sowie die gesamte Region hinter dem Wettkampf stehen. Trotz des diesmal schlechten Wetters am Sonntag, waren wieder viele Zuschauer an der Strecke. Zudem sorgt ein gut gefüllter Preisgeldtopf immer wieder für ein hochkarätiges Profifeld.

Leider wurde ich Anfang letzter Woche krank und hatte meinen erneuten Chiemsee-Start schon für abgehakt gesehen, da es mir wirklich richtig mies ging. Dank ein paar Tagen konsequenter Ruhe, viel Schlaf, Orthoflor immun und Ingwer wurde ich, zum Glück, wieder rechtzeitig fit.

Bis Sonntag hatte ich ein eher zwiespältiges Verhältnis zum Chiemsee Triathlon, da mir hier noch nie ein wirklich gutes Rennen gelungen war. Das hat sich jetzt geändert. Über die Distanz von 2 km Schwimmen, 82 km Radfahren und 20 km Laufen konnte ich nach 3:46 h hinter dem frisch gebackenen Europameister Michael Raelert, dem zweifachen Chiemsee Triathlon Champion Thomas Steger aus Österreich sowie Team Mohrenwirt Profi Markus Fachbach den 4. Platz erkämpfen. Meine Bestzeit auf der anspruchsvollen Strecke, die seit der ersten Austragung 2012 gleich ist, habe ich dabei, trotz der schwierigen Wetterbedingungen, um 9 min verbessert.

Stichwort Wetter: Nach zwei Hitzeschlachten bei den letzten beiden Rennen wurde es dieses mal wieder, nicht nur im Wasser, nass. Pünktlich zum Start um 9 Uhr zog ein Sturm auf, der dem Chiemsee seinen Spitznamen “Bayrisches Meer” alle Ehre machen ließ. Denn Wellen gab es beim Schwimmen dann wie auf hoher See. Ich kam mit den Bedingungen aber gut zurecht und stieg nach etwas mehr als 26 min mit der ersten Gruppe aus dem Wasser. Nur Michael Raelert war ca. 1:20 min vorraus.

Am Rad machte Thomas Steger direkt richtig Druck und setzte sich etwas ab. Ich führte dann den Rest der Gruppe an und fuhr mein Tempo, was allerdings nur Markus Fachbach folgen konnte. Nach ca. 20 km fuhr Markus an mir vorbei, sagte “lass uns mal versuchen wieder zu Thomas vor zu fahren…” und gab Gas. Da ich an diesem Tag nicht die besten Radbeine hatte, konnte ich ihm im fairen Abstand nicht folgen und entschied mich, mein eigenes Tempo weiterzufahren. Im strömenden Regen war ich für den Rest des Radparts auf mich allein gestellt und hat ziemlich mit mir selbst und den Bedingungen zu kämpfen. Trotz allem konnte ich, mit einem knappen 40er Schnitt, eine ordentliche Radleistung abliefern und ging an 4. Stelle mit ca. 2:30 min Rückstand auf das Podium zum Laufen.

Die 20 km Laufstrecke am Chiemsee verteilt sich auf 4 Runden und hat einige knackige Anstiege zu bieten. Es lief wieder richtig gut, ich konnte Runde für Runde Zeit nach vorn gut machen und meinen Vorsprung auf den österreichischen Olympiastarter Andreas Giglmayer an Platz 5 vergrößern. Mit 1:12 h legte ich die drittschnellste Laufzeit des Tages hin und hatte im Ziel nur 53 sec Rückstand auf das Podium.

Auch wenn es am Ende knapp nicht für das Treppchen gereicht hat, bin ich zufrieden mit meiner Leistung und meinem, mit Abstand, bisher besten Rennen am Chiemsee. Mein gesamter bisheriger Saisonverlauf zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin und Stück für Stück besser werde. Vor allem bin ich froh, dass sich die viele Arbeit im Schwimmen auszahlt und ich immer auf einen guten Lauf am Ende vertrauen kann. Nach ein paar entspannten Tagen werde ich jetzt die finale umfangreiche Vorbereitung für den IRONMAN Hamburg am 13. August beginnen.

P.S.: Nicht nur ich konnte am Wochenende ein erfolgreiches Rennen absolvieren, auch die von mir trainierten Athleten haben ordentlich abgeliefert. Marc wurde mit neuer persönlicher Bestzeit über die Mitteldistanz gesamt 11. und 2. in der Altersklasse beim O-See-Triathlon in Uelzen, Jonas konnte am Chiemsee über die Kurzdistanz seine Altersklasse gewinnen während Udo im gleichen Rennen AK 2. wurde. (Er fährt nach wie vor mit Laufschuhen auf einem ganz normalen Rennrad ohne jeglichen Aero-Schnickschnack und lässt trotzdem noch 31 Starter der AK 50 hinter sich!!) Zudem platzierte sich Christian bei seiner ersten Mitteldistanz am Werbellinsee mit der 6. Laufzeit direkt in der ersten Hälfte aller Teilnehmer und Olaf konnte am Rothsee über die olympische Distanz mit einer starken Leistung den 95. Gesamtplatz von über 800 Startern erreichen. Herzliche Gratulation an alle! Es macht echt Spaß mit Euch zu arbeiten!

Marc
Jonas

Angekündigt und abgeliefert!

Ich hatte mir für den IRONMAN 70.3 Kraichgau die Top 5 vorgenommen und bin gestern als 4. glücklich in Bad Schönborn ins Ziel gekommen. Ich denke das passt! 😉

Der Rennverlauf war allerdings doch etwas anders als von mir erwartet. Ich wusste, dass ich meine Schwimmform im Gegensatz zum letzten Jahr deutlich steigern konnte, aber dass ich als Zweiter, mit nur 1:30 min, Rückstand auf Markus Rolli aufs Rad steigen und dabei zahlreiche gute Schwimmer hinter mir lassen würde, hätte ich nicht gedacht.

Die, mit knapp 1000 Höhenmetern, gespickte Radstrecke durch das „Land der tausend Hügel“ begann auf den ersten ca. 15 km noch sehr flach. Ich legte mit einem ordentlichen Tempo los und konnte mich bis Kilometer 10 an Zweiter Stelle behaupten. Dann kam der mehrmalige Weltmeister auf dieser Distanz, Sebastian Kienle, vorbei geflogen. Ein paar Kilometer konnte ich ihn noch auf Sichtweite halten, mit Beginn der ersten Steigungen war er aber bald verschwunden. Knapp hinter mir befand sich die erste größere Gruppe mit, unter anderem, Markus Fachbach, Florian Seifert, Marc Dülsen und dem Niederländer Bas Diederen.


Beim ersten längeren Anstieg attackierte Marc direkt und fuhr davon. Auch Thomas Hellriegel und Bas Diederen setzen sich etwas ab, ich konnte zu diesem Zeitpunkt hier noch nicht ganz folgen, so dass ich die nächsten Kilometer mit dem Rest der Gruppe absolvierte. Etwa bei Kilometer 30 sah ich an einem weiteren längeren Anstieg, dass wir Hellriegel und Diederen wieder näher gekommen waren. Ich erhöhte das Tempo und holte die beiden ein. Aus unserer Gruppe konnte mir niemand weiter folgen.


Ich fühlte mich gut, setze mich an die Spitze unserer kleinen dreiköpfigen Fahrgemeinschaft und hielt diese Position für den größten Teil der restlichen Radstrecke. Unterwegs erfuhr ich von Zuschauern, dass der Abstand zu Platz 3 immer konstant zwischen 1:30 min und 1:45 min lag. Das war natürlich motivierend. Im letzten langen Anstieg konnte ich eine kleine Lücke zu meinen beiden Mitstreitern reißen, diese auf den abschließenden schnellen 10 Kilometern noch etwas ausbauen und wechselte schließlich mit etwa einer Minute Vorsprung auf Bas Diedern als 4. auf die Laufstrecke.


Der Abstand zum drittplatzierten Mark Dülsen lag nach wie vor bei etwa 1:45 min. Ich hatte, schon gewohnt, gute Laufbeine und ging den Halbmarathon noch mit Aussicht auf eine Podiumsplatzierung flott an. Die „Hawaii-artigen“ Bedingungen mit extremer Hitze und einem heißen Wind sowie die anspruchsvolle und unrhythmische Laufstrecke machten allen Athleten zu schaffen.


Ich lief ein gutes Tempo, aber auch Marc zeigte eine starke Leistung und gab sich keine Blöße, so dass wir uns am Wendepunkt immer an der gleichen Stelle begegneten. Mit der drittschnellsten Laufzeit des Tages konnte ich schließlich meinen 4. Platz sicher ins Ziel bringen und den Abstand auf den fünftplatzierten Bas Diederen auf über drei Minuten vergrößern. Gratulation an Marc Dülsen und Markus Rolli zu Platz 3 und 2! Es hat echt Spaß gemacht mit solch sympathischen und fairen Athleten um die Podiumsplätze zu kämpfen. Und natürlich Hut Ab vor Sebastian Kienle für seinen souveränen Sieg. Er stellt zur Zeit zusammen mit ganz wenigen anderen Athleten einfach die absolute Weltspitze in unserem Sport dar.


Auch wenn es noch nicht zum Podium gereicht hat bin ich natürlich super happy über mein bisher bestes IRONMAN 70.3 Rennen und freue mich, dass sich die harte Arbeit endlich auszahlt. In zwei Wochen stehe ich wieder beim Chiemsee Triathlon am Start und werde dort auch um das Podium kämpfen.

P.S.: Danke an Marcel Hilger für die tollen Bilder!!

Zahlenspiele vor Kraichgau

In wenigen Tagen stehe ich zum ersten mal im “Land der 1000 Hügel” beim IRONMAN 70.3 Kraichgau an der Startlinie. Nach dem Rennen in Linz war ich schnell erholt und konnte noch einen ordentlichen Trainingsblock erfolgreich absolvieren. Die Werte und Zeiten sind hervorragend, ich bin richtig fit und freue mich unheimlich am Sonntag wieder Gas geben zu können. Ein erneute Top-5-Platzierung ist das klare Ziel!

Denn auch sonst stehen die Vorzeichen sehr gut: Ich gehe am 11. Juni mit der Startnummer 11 ins Rennen. Ich habe am 11. März Geburtstag, meine Frau Kathrin am 11. November (11.) und unser Hochzeitstag ist am 11. Juli. Eigentlich bin ja nicht abergläubisch, aber bei so vielen “11ern” muss es ja einfach ein großartiger Wettkampf werden! 😉

Bis dahin… Ruhe bewahren und Tee (Kaffee) trinken.

Um ein Haar…

.. bin ich heute zum wiederholten Male einem schweren Unfall entgangen. Seitdem ich wieder in Deutschland bin, vergeht kaum ein Radtraining, bei dem ich nicht unverschuldet in äußerst kritische Situationen gekommen bin.

Bereits am 12. Mai, also kurz vor meiner Wettkampfreise nach Österreich, nahm mir ein Autofahrer in Roßla die Vorfahrt und touchierte mich am Hinterrad. Zum Glück kam dabei nur das Rad zu Fall und zu Schaden. Kaum zurück passierte ein ähnliches Szenario am 31. Mai in Kelbra: diesmal nahm mir ein Wohnmobil die Vorfahrt und fuhr fast in mich hinein.

Einen Tag später wurde es dann noch heftiger: Beim Radtraining traf ich meinen ORTHIM-Teamkollegen Dennis Morgenstern und wir fuhren ein Stück zusammen. Auf der, relativ schmalen, Landstraße zwischen Rottleberode und Berga (eine sehr beliebte Strecke bei den Nordhäuser Triathleten) radelte Dennis direkt hinter (!) mir, als uns ein VW Golf GTI bei direktem Gegenverkehr mit abartiger Geschwindigkeit überholte. Das entgegenkommende Fahrzeug musste eine Notbremsung machen, die Reifen quietschten und qualmten und das Auto fuhr fast in den Graben. Hätte der Fahrer nicht so reagiert, wäre es hier wohl zum bösen Crash gekommen! Der GTI überholte das nächste Fahrzeug vor uns und raste davon… Als wäre das nicht genug gewesen, kam es ca. fünf Minuten später zu einer ähnlichen, aber zum Glück nicht ganz so dramatischen, Situation. Diesmal überholte ein Kombi bei Gegenverkehr. Ich will mir gar nicht ausmalen, was mit uns Radfahrern passiert wäre, wenn es in einer der beiden Situationen wirklich zum Unfall gekommen wäre…

Und heute dann der nächste Streich: Auf dem Heimweg einer dreistündigen Einheit kommt mir zwischen Heringen und Windehausen ein LKW entgegen. Plötzlich zieht dahinter ein VW Sharan auf meine Spur, setzt zum Überholen an und zieht durch. Mir blieb nichts anderes übrig als mit knapp 40 kmh in den Straßengraben auszuweichen. Einen Sturz konnte ich zum Glück vermeiden.

Mit dem Giro-d’Italia-Sieger Michele Scarponi, Profi-Triathletin Julia Viellehner und Motorrad-Weltmeister Nicky Haiden hat das Jahr 2017 bereits mehrere prominente Opfer, die beim Rennrad-Training ums Leben gekommen sind, aufzuweisen. Die Zahl der weniger bekannten Todesfälle will ich lieber gar nicht wissen…

Ich fahre auffällig gekleidet, versuche so aufmerksam wie möglich zu sein und keine anderen Verkehrsteilnehmer zu provozieren. Das ist aber schon mehr oder weniger alles, was wir als Radfahrer tun können. Wir brauchen einfach ein Miteinander und gegenseitigen Respekt im Straßenverkehr. Egal ob im Auto, LKW, Bus, Traktor, auf dem Motorrad, Mofa, Fahrrad oder auch zu Fuß. Oder sollen wir uns alle Dashcams an die Lenker binden und jede “Nötigung”, wie es im Gesetzbuch heißt, zur Anzeige bringen. Vielleicht würde es helfen den Radfahrern mehr Respekt zu verschaffen…

1,5 m Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern sind gesetzlich vorgeschrieben. Aber kann man das kontrollieren? Wie kann man es kontrollieren? Vielleicht können sich darüber die Menschen, die sich ständig neue fiese Blitzerstandorte ausdenken, die natürlich in jedem Fall der Verkehrssicherheit dienen, auch mal Gedanken machen. Denn wir, Triathleten, Rennradfahrer, Mountainbiker, Freizeitradler … werden weiter draußen fahren. Und wir wollen uns dabei sicher fühlen!

In diesem Sinne: Share the Road!

Auf Regen folgt Sonnenschein…

Das galt nicht nur für das Wetter, sondern auch für meine Wettkampfleistungen an den vergangen beiden Wochenenden. Während ich beim Ironman 70.3 St. Pölten bei Regen und Kälte noch keine gute Leistung abrufen konnte, klappte es beim Linztriathlon bei Sonnenschein und 30 Grad sehr gut und ich konnte bei meinen zweiten Triathlon in diesem Jahr meinen ersten Saisonsieg feiern.

Nach meinem bakteriellen Infekt hielt ich mir lange offen, ob ich überhaupt beim Ironman 70.3 St. Pölten starten würde. Wie geplant ging es einige Tage vorher nach Fuschl am See zum Hotel Mohrenwirt, wo ich bei perfekten Bedingungen viele Kilometer abspulte um die Form nach der Krankheitspause wieder zurück zu holen. Ich entschied mich schließlich aus dem Training heraus in St. Pölten zu starten, um bei dem starken Feld zu schauen wo ich stehe und zusätzlich eine harte Einheit zu absolvieren.

Bei katastrophalen Wetterbedingungen erwischte ich leider keinen guten Tag. Im, für mich, ersten Freiwasserschwimmen des Jahres konnte ich meine guten Trainingsleistungen im Becken noch nicht ganz im Wettkampf bestätigen. Der Rückstand auf die Spitze hielt sich mit 2:30 min dennoch im Rahmen und zeigte schon eine kleine Verbesserung zum letzten Jahr.

Nachdem ich zu Beginn des Radfahrens auf dem Regennassen Asphalt weggerutscht und beinahe in eine Mauer gefahren bin, wollte ich das Rennen schon hinschmeißen, kämpfte mich aber trotzdem frierend und zittern und mit äußerster Vorsicht über die anspruchsvolle Radstrecke. Beim Wechsel zum Laufen, kämpfte ich mit eiskalten Fingern eine gefühlte Ewigkeit mit Socken und Schuhen. Nach einem flotten, aber relativ entspannten, Halbmarathon kam ich schließlich als 17. von 40 gestarteten Profis ins Ziel und war zufrieden das Rennen unter diesen Umständen gefinished zu haben. Nach dem Wettkampf fuhren wir wieder nach Fuschl am See, wo ich noch einige Einheiten zur Vorbereitung des sechs Tage später anstehenden Linztriathlons absolvierte.  Mit dem Sieger von St. Pölten, Nils Frommhold, hatte ich dabei teilweise eine prominente Begleitung. Vom Wettkampf war ich schnell erholt, ich fühlte mich richtig fit und freute mich auf das nächste Rennen.

Am Donnerstag machten wir uns auf den Weg nach Linz, damit ich dort am Freitag die Laufstrecke besichtigen und die 45-km-Radrunde abfahren konnte. Auf der, mit 900 Hm und einigen technischen Passagen, sehr anspruchsvollen Radstrecke, ist Streckenkenntnis definitiv wichtig. Der Start erfolgte dann am Samstag erst um 12 Uhr mittags. Das ist einerseits natürlich cool, da man ausschlafen und alle Vorbereitungen in Ruhe absolvieren kann. Auf der anderen Seite musste man an diesem Tag mit Temperaturen um die 30 Grad und prallem Sonnenschein zurechtkommen. Mir war es definitiv lieber als das eiskalte Wetter eine Woche zuvor.

Das Schwimmen im 20 Grad warmen Pleschinger See war angenehm und ich konnte mich direkt am Start zusammen mit dem slowakischen Olympiateilnehmer Pavel Simko und einem Staffelschwimmer an die Spitze des Feldes setzen. Ich verlor zwischenzeitlich etwas den Anschluss, konnte aber auch allein das Tempo hoch halten und stieg mit nur 11 Sekunden Rückstand als dritter aus dem Wasser. Am Rad verpasste ich, trotz Streckenkenntnis, nach wenigen Kilometern eine Abbiegung und verlor etwas Zeit. Den Rest der Strecke absolvierte ich mit dem österreichischen Profi Stefan Hehenwarter. Wir arbeiteten fair zusammen und fuhren ein hohes Tempo. Simko legte jedoch ein Höllenritt hin und ich ging, nach einem schnellen Wechsel, als Zweiter mit über 4 min Rückstand auf die etwas zu lange Halbmarathonstrecke.

Die Beine waren gut und ich legte direkt mit einem hohen Tempo los. Nach 8 km war sein Vorsprung bereits auf 1:30 min geschrumpft und nach 12 km übernahm ich schon die Führung. Von da an war ich mir siegessicher, lief das Rennen kontrolliert zu Ende und gewann nach Laufbestzeit schließlich mit 4:30 min Vorsprung.
Nicht nur der erste Platz sondern vor allem meine eigene Leistung und mein Gefühl im Wettkampf stimmen mich zuversichtlich und motivieren für die nächsten Aufgaben. Es zeigt mir außerdem, dass mein selbst geplantes Training gut anschlägt und ich auf dem richtigen Weg bin. Auch energetisch bin ich in den ersten Wettkämpfen mit Honeypower sehr gut zurechtgekommen und hatte keinerlei Probleme. Mit dem Ironman 70.3 Kraichgau und dem Chiemsee Triathlon stehen jetzt im Zwei-Wochen-Rhythmus weitere Highlights auf dem Plan, bevor ich anschließend eine intensive Trainingsphase für den IRONMAN Hamburg am 13. August absolvieren werde.

Bericht Thüringer Allgemeine 

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Foto: Manfred Binder