Der Langdistanz-Fluch

Es will einfach (noch) nicht klappen. Aber immerhin bin ich dieses mal schon wieder ein ganzes Stück weiter gekommen. Beim IRONMAN Kopenhagen musste ich nach 23 km auf der Laufstrecke aussteigen…

Dabei fühlte ich mich super vorbereitet und auf den Punkt fit. Meine Leistung in Gdynia hatte das bestätigt und mir kräftig Rückenwind für die vergangen zwei Wochen bis Kopenhagen gegeben. Ein geklautes Auto bedeutet zwar jede Menge Stress und Rennerei, wir konnten die Reise nach Dänemark aber rechtzeitig organisieren und mein Training wurde dadurch kaum beeinflusst. In der Wettkampf-Vorwoche lief dann jede Einheit wie von allein. Natürlich fehlten mir durch meine Verletzung noch ein paar lange, spezifische Läufe. Für einen soliden Marathon in knapp unter 3 Stunden sollte es aber auf jeden Fall reichen…

Bis zum Samstag vor dem Rennen verlief dieses mal alles nach Plan, das war schon fast unheimlich. Am nächsten Morgen schließlich passierte dann doch noch was: Verschlafen! Das erste Mal in meinem Leben vor einem Wettkampf. Beide Wecker wurden von allen Mitbewohnern unserer kleinen “Wohnwagen-WG” offensichtlich überhört. Als ich im Halbschlaf das erste Mal auf die Uhr schaute, war es kurz vor 5 Uhr. Nur noch zwei Stunden bis zum Start… Das brachte die Vor-Wettkampf-Routine natürlich ordentlich durcheinander. Normalerweise frühstücke ich drei Stunden vor dem Start und erledige dann in aller Ruhe alle wichtigen Vorbereitungen. Wir versuchten dennoch cool zu bleiben, uns nicht stressen zu lassen und schafften es schließlich noch pünktlich zum Einschwimmen.

Stichwort Schwimmen: Knapp 52 min waren ganz und gar nicht zufriedenstellend für mich. Die Zeiten im Becken während der letzten Einheiten versprachen ähnliche Schwimmleistungen, wie im letzten Jahr, womit ich eine Gruppe weiter vorn gelandet wäre. Aber ich haderte nicht lang damit, meine beiden starken Disziplinen lagen jetzt vor mir und ein IRONMAN ist lang.

Die ersten 10 km der Radstrecke in Kopenhagen führen durch die Stadt und erfordern durch viele Abzweigungen, scharfe Kurven und teilweise enge Radwege hohe Konzentration. Ich fuhr in meiner Schwimmgruppe mit und setzte mich nach ca. 20 min, als es wieder mehr Platz zum Überholen gab, an die Spitze. Nach dem ersten Hügel hatte ich eine große Lücke gerissen. Die nächsten 4 Stunden auf dem Rad war ich komplett auf mich allein gestellt. Ich konzentrierte mich auf meine Leistung, meine Verpflegung und darauf unfallfrei über den ziemlich anspruchsvollen Kurs zu kommen.

Das klappte alles hervorragend. Als 22. zum Radfahren gestartet, bog ich nach 4:17:59 h auf Platz 8 in die zweite Wechselzone ein. Mein SRM PC8 zeigte am Ende 179,2 km (1012 hm) die ich mit 303 W (309 W NP) und 41,7 km/h absolvierte. Im Gegensatz zu Hamburg fuhr ich sehr konstant, ohne am Ende langsamer zu werden.

Entsprechend motiviert ging ich kurz hinter Boris Stein und Teamkollege Markus Fachbach auf die Laufstrecke. Die Beine fühlten sich super an und ich musste mich auf den ersten Kilometern bremsen um nicht direkt in meinem Mitteldistanz-Tempo los zu rennen. Nach 7 km dann plötzlich der erste Schwächeanfall. Die Beine sackten gefühlt zusammen und ich musste ein paar Schritte gehen. Ich joggte zur nächsten Verpflegungstelle und nahm auf, was ging. Das tat ich weiterhin an jeder Verpflegung und konnte bis km 15 gut durchlaufen. Mittlerweile befand ich mich auf dem 6. Platz. Jetzt ging es jedoch wieder stark bergab. Von der aufgenommenen Energie kam nichts im Körper an. Nach einer Erleichterung auf dem Dixi versuchte ich erneut ein anständiges Tempo aufzunehmen. Doch es ging nicht, mir wurde immer wieder schwindelig und mir war kalt. Nach 23 km zog ich die Reißleine.

In knapp drei Wochen steht mit dem IRONMAN 70.3 Rügen der nächste wichtige Wettkampf an. Dafür wollte ich meine Gesundheit jetzt nicht aufs Spiel setzen und habe, denke ich, eine vernünftige Entscheidung getroffen. Ich gebe auf jeden Fall nicht auf! Ich werde im Schwimmen nochmal ackern, die fehlenden Laufkilometer aufholen und dann beim IRONMAN Barcelona einen erneuten Angriff starten!

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Achterbahnfahrt

Den Ärger über den IRONMAN Hamburg hatte ich schnell verdaut und mich auf den IRONMAN 70.3 Gdynia in Polen fokussiert. Wie in den letzten beiden Jahren, hatte ich in Gdynia eine Ferienwohnung gebucht. Zusammen mit meinem Schwager, kam ich am Donnerstagabend nach einer problemlosen Anreise dort an. Am Freitag bin ich noch einmal den Großteil der Radstrecke abgefahren und habe eine kurze Schwimmeinheit absolviert. Ich fühlte mich gut und bereit für das Rennen.

Am Samstag-Morgen wollte ich zu meiner üblichen Vorbelastung auf dem Rad aufbrechen und dazu mit unserem VW-Bus ein Stück aus der Stadt heraus auf die Radstrecke fahren. Leider kam es dazu nicht, da kein Bus mehr auf dem Parkplatz stand. Schnell war uns klar, dass er nur gestohlen sein konnte. Wir hatten ihn am Abend vorher mit 100prozentiger Sicherheit dort, verschlossen, mit scharfer Alarmanlage und definitiv nicht im Parkverbot, abgestellt.

Die folgenden vier Stunden verbrachte ich mit und bei der Polizei um die Anzeige aufzugeben und alle notwendigen Angaben zu machen. Gerade rechtzeitig schaffte ich es zur verpflichtenden Wettkampfbesprechung der Profis. Nach anschließendem Check-in des Rades sowie einem 7 km langen “Aktivierungslauf”, war ich froh dass der Tag rum war und ich versuchte mich bestmöglich auf den Wettkampf zu konzentrieren. Normalerweise schlafe ich in den Nächten vor einem Wettkampf immer gut. Durch die innere Aufregung kamen dieses mal höchstens 3 Stunden zusammen.

Optimal vorbereitet also, stand ich am Sonntag-Morgen an der Startlinie. Das Schwimmen lief nicht besonders gut, mir fehlte etwas der Wille die Komfortzone zu verlassen. Auch der erste Wechsel war bescheiden. Ich verlor mein Visier und musste einen kleinen Defekt am Radschuh-Verschluss beheben, bevor der Wettkampf für mich endlich richtig los ging. Ich kam gut voran, auch wenn sich die Beine noch nicht wieder ganz frisch anfühlten und ich etwas unter meinen anvisierten Wattwerten bleiben musste. Nach ca. 30 km konnte ich die große Verfolgergruppe ein- und direkt überholen, Nils Frommhold und Timothy O’Donnell waren ein Stück voraus. Zwei Athleten folgten mir im fairen Abstand, waren allerdings keine Hilfe um das Tempo hochzuhalten.

Nach 2:09 h für 90,2 km und 334 W NP stellte ich mein Rad wieder in der Wechselzone ab. Das Laufen ging gut, ich konnte meine Verfolger schnell distanzieren und kam Nils auf Platz 2 immer näher. In der zweiten Runde wurden wir durch ein kurzes Unwetter mit Sturm und sinnflutartigen Regenfällen etwas ausgebremst, teilweise musste man durch knöcheltiefes Wasser laufen. Meine Befürchtung, dadurch Blasen zu bekommen weil ich ohne Socken unterwegs war, bestätigte sich nicht. Die Salming Race 6 Schuhe passen perfekt, egal ob trocken oder nass!

An den Wendepunkten sah ich, wie mein Rückstand immer kleiner wurde. Ich gab alles, konnte die Lücke aber nicht mehr rechtzeitig schließen, so dass ich nach 3:53:28 h, exakt 30 sec nach Nils im Ziel war. Ich freute mich riesig über den erneuten Platz auf dem Podium und meine Halbmarathonzeit von 1:14 h, die ich nach nur 6 Wochen Lauftraining noch nicht wieder für möglich gehalten hatte. Die individuell angepassten Einlagen von Fredmax haben mich dabei unterstützt schnell wieder schmerzfrei zu werden.

Meine Gesamtzeit war auf der identischen Strecke genau 30 sec schneller als im letzten Jahr, bei nicht ganz so einfachen Bedingungen. Der Weg geht also in die richtige Richtung und ich hoffe beim IRONMAN Kopenhagen in zwei Wochen das auch endlich auf der Langdistanz zeigen zu können! Und falls uns jemand kurzfristig ein familientaugliches KfZ mit Anhängekupplung zur Verfügung stellen möchte, der darf sich gerne bei mir melden! 😉

 

 

 

 

 

Es gibt für alles ein erstes Mal…

In diesem Fall war es die erste Disqualifikation in meinem Triathlon-Leben. Doch der Reihe nach…

Aufgrund der hohen Blaualgen-Konzentration und der schlechten Wasserqualität der Alster wurde der IRONMAN Hamburg als Duathlon über 6 km Laufen, 178 km Radfahren und 42 km Laufen ausgetragen. Auch, wenn ich viel lieber geschwommen und einen “richtigen” IRONMAN absolviert hätte, musste ich mich, wie alle anderen, auf die neue Herausforderung einstellen.

 

Mein Plan war ein offensives und mutiges Rennen zu zeigen. Zusammen mit Michael Raelert setzte ich mich direkt an die Spitze des Feldes und drückte aufs Tempo. Die knapp 3:20 min/km fühlten sich überraschend gut und locker an. Zusammen mit ca. 15 anderen Athleten, inklusive allen Top-Favoriten, erreichte ich nach 19:48 min für 6 km die Wechselzone.

Die ersten 10 km durch Hamburg waren mit vielen Kurven, Schlaglöchern und einer Kopfsteinpflasterpassage etwas knifflig zu fahren. Am Elbdeich angekommen, rollte es dann richtig gut. Ich arbeitete mich an die Spitze des Feldes. Mein SRM zeigte Wattwerte an, die ich mir eher für die Mitteldistanz vorgestellt habe. Ich hoffte, dadurch einige Verfolger abschütteln zu können, was aufgrund der großen Anzahl und hohen Dichte der Gruppe nicht wirklich erfolgreich war. Ich absolvierte die erste Runde mit einem Schnitt von 340 Watt und 45 km/h, wohl wissend, dass ich mich damit in einem Ritt auf der Rasierklinge befand.

Nachdem Micha Raelert im Stadtbereich die Führung übernommen hatte, setzte ich mich, zurück am Elbdeich, wieder an die Führungsposition. Nach ca. 130 km zeigte mein hohes Tempo schließlich Wirkung und die Gruppe riss etwas auseinander. Mit Bart Arnouts, James Cunnuma, Tim Don und Joe Skipper waren wir nur noch zu fünft. Bei etwa 150 km attackierten Bart und James, Tim und Joe folgten, ich musste mein eigenes Rennen zu Ende fahren. Wahrscheinlich hätte ich im “semi-legalen” Abstand folgen können, jedoch kam das für mich nicht infrage!

An Rang 5 liegend erreichte ich wieder die Stadt. Motiviert von diesem unglaublichen Radsplit stellte ich mich mental schon auf den Marathon ein. Plötzlich ein Pfiff und eine rote Karte vom Kampfrichter, mitten im Tunnel. Ich hatte kurz zuvor in einer engen Passage zwei nebeneinander fahrende Altersklassenathleten überrundet und musste dazu kurz über die Mittellinie fahren. Dabei kam kein Gegenverkehr und ich habe niemanden gefährdet oder behindert. Das Überfahren der Mittellinie war zwar tatsächlich verboten, uns wurde beim Briefing aber extra gesagt, dass es in solchen Situationen, um niemanden zu gefährden, geduldet wird.

Natürlich war das der mentale Genickschuss für meinen Wettkampf. Ich hätte bis zum Ende durchziehen und die Entscheidung danach anfechten können. Aber einen Marathon zu laufen für ein Ergebnis, was, mit allergrößter Wahrscheinlichkeit, schlussendlich eh nicht zählen würde, wäre weder klug noch sinnvoll gewesen. Ich joggte schließlich noch eine Runde über die Strecke und beendete danach mein Rennen.

Also geht der Blick nun nach vorn auf den IRONMAN 70.3 Gdynia am kommenden Sonntag und den IRONMAN Kopenhagen in knapp drei Wochen. An beide Wettkämpfe habe ich gute Erinnerungen. Aus Hamburg mitnehmen kann ich die Gewissheit über meine gute Radform: 4:03 h, 44 km/h und 310 Watt (317 NP) für 178 km! Nur die Krafteinteilung sollte ich in Kopenhagen noch etwas besser gestalten. 😉

P.S.: Für alle Interessierten veröffentliche ich meine Trainings- und Wettkampfleistungen auf STRAVA.

Start beim IRONMAN Hamburg

Das Training in den letzten Wochen verlief vielversprechend und ich konnte schnell zu einer ordentlichen Laufform wiederfinden. Daher habe ich mich entschieden bereits beim IRONMAN Hamburg an den Start zu gehen. Der flache Kurs kommt mir entgegen und mit gerade einmal 2 Stunden Anreise liegt das Rennen sozusagen vor unserer Haustür. Zudem habe ich einfach große Lust auf den IRONMAN in der Hansestadt.

  

Nach 4 Wochen Lauftraining darf ich in der dritten Disziplin natürlich noch keine Wunder erwarten, auch wenn die Trainingsergebnisse schon wieder ziemlich gut sind. Hier kann ich mit Sicherheit noch etwas vom sehr konstanten Wintertraining profitieren.

Auf dem Rad bin ich so stark wie nie. Das Material ist dank Canyon, Castelli und UVEX super schnell und die Sitzposition optimiert. Zudem konnte ich durch SRM wieder Watt-gesteuert trainieren und meine Leistungsentwicklung auf dem PC8 immer genau beobachten.

Meine Taktik ist also denkbar einfach: Im Schwimmen den Rückstand gering halten, auf dem Rad so weit vor fahren, wie irgend möglich, um dann mit einem soliden Marathon eine vordere Platzierung zu erreichen. Ich werde mein Bestes geben und bin gespannt, wofür das am Ende reicht!

Laufcomeback und erstes Rennen 2018

Nach zweimonatiger Leidenszeit konnte ich Anfang vergangener Woche endlich den ersten beschwerdefreien Lauf absolvieren. Das tat gut!

Spontan entschied ich mich den Schweriner Schlosstriathlon über die Olympische Distanz als direkten Belastungstest zu nutzen. Ich wusste um meine ordentliche Form im Schwimmen und Radfahren und freute mich darauf endlich wieder an einer Startlinie zu stehen. Mein Plan war es in den ersten beiden Disziplinen richtig Gas zu geben und beim Laufen einfach zu testen wie der Fuß die Belastung verträgt.

Und dieser ging voll und ganz auf. Nachdem mir das schnelle Anschwimmen noch etwas schwer fiel, konnte ich mich in der zweiten Runde an die Spitze setzen und als Erster aus dem Wasser steigen. Der lange Fußweg zur Wechselzone bereitete keine Probleme und der Fuß war schmerzfrei. Das Radfahren lief wie erwartet richtig gut und ich absolvierte die 40 km, trotz sieben 180-Grad-Wenden, in einem Schnitt von fast 44 km/h. Mit knapp 3 min Vorsprung ging ich auf die 10 km lange Laufstrecke und konnte wider Erwarten mit 3:40 min/km kontrolliert und schmerzfrei durchlaufen!

Ich freute mich natürlich über den Sieg und noch viel mehr darüber, dass die Verletzung endlich ausgeheilt ist und ich auch läuferisch wieder belastbar bin. Nun bin ich sehr zuversichtlich diese Saison noch ein paar gute Rennen abliefern zu können. Nach einem Zwischenstopp auf der Sprintdistanz beim 2.-Bundesliga-Wettkampf in Verl, will ich Ende Juli an der Müritz meine erste Mitteldistanz des Jahres absolvieren. Anschließend steht wieder der IRONMAN 70.3 Gdynia auf dem Plan, an den ich natürlich noch sehr schöne Erinnerungen aus dem vergangenen Jahr habe. Läuft alles nach Plan starte ich am 19. August beim IRONMAN im wunderschönen Copenhagen.

Stichwort wunderschön: Damit lässt sich auch der Schlosstriathlon in Schwerin beschreiben. Die Wechselzone direkt am historischen Marstall und auf der Laufstrecke immer das beeindruckende Schloss im Blick, dazu eine voll gesperrte gut ausgebaute Bundesstraße als Radstrecke und eine liebevolle Organisation machen den Wettkampf in der Landeshauptstadt wirklich empfehlenswert.

Unter folgendem Link findet Ihr eine kurze Video-Zusammenfassung der SVZ!

 

So sieht´s aus…

Eigentlich wollte Markus schon vor Monaten was schreiben. Da er aber durch unterschiedliche Ereignisse noch keine Zeit dafür gefunden hat, werde ich als Ehefrau das jetzt mal übernehmen.

Das Jahr begann richtig gut. Markus konnte über den Winter konstant trainieren, gute Gespräche mit Partnern führen und freute sich ab dieser Saison für das Pro Team Mohrenwirt an den Start zu gehen. Damit einhergehend sind nicht nur wertvolle Produkte und Materialien, die er im Trainingsalltag nutzt sondern auch sein neues Canyon Speedmax. Nachdem er mit seinem letzten Rad in der vorhergehenden Saison seine zwei Langdistanzrennen aufgrund von Stürzen nicht zu Ende bringen konnte, musste etwas neues her. Über das Team bekam er sein, ja ich würde schon fast sagen, Traumrad. Er war mega happy als er es dann im Februar zu den Teamdays im Hotel Mohrenwirt abholen konnte.

Die Tage dort waren ziemlich durchgeplant. Hier lernten wir einen Großteil der Sponsoren sowie die neuen Teammitglieder kennen. Aber am letzten Tag hat er sich dann doch noch die Zeit genommen um es auszupacken und aufzubauen. Ich als Frau schmunzel da ja nur und freue mich einfach, wenn er sich freut und kümmere mich im nächsten Atemzug auch wieder um unsere beiden kleinen Kinder. Michel war zu dem Zeitpunkt 10 Tage jung.

Als wir wieder zu Hause waren ging das Training super weiter. Zudem hatte er noch Termine bei STAPS in Hamburg und Augsburg, wo er beim Bikefitting und beim Aerotest auf der Bahn seine Position auf dem Rad entscheidend verbessern konnte. Danach flog er im März nach Palamos (Spanien) zu seinen Teammitgliedern, um dort ein gemeinsames Trainingslager zu absolvieren und direkt seine neue Position zu testen. Er fühlte sich gut wie nie und freute sich bereits jetzt auf seine ersten Rennen. Durch die Geburt unseres Sohnes plante er ab Ende Mai, damit wir als Familie auch dabei sein können.

sdr

Vor dem TriOpening Ende April im Hotel Mohrenwirt waren wir noch ca. 4 Wochen mit dem Wohnwagen unterwegs. Eigentlich wollten wir an die Adria zum Trainieren, aber das Wetter in Deutschland war so sommerlich, dass wir es nur bis Bayern geschafft haben. Da ging es dann Mitte April los… er kam vom laufen zurück und meinte er hat Schmerzen im linken Fuß. Eigentlich kann er solche „Wehwehchen“ durch seine Physiotherapie-Ausbildung immer sehr gut allein diagnostizieren und beheben. Aber hier wusste er keinen Rat. Also hat er den Sportorthopäden Dr. Ulrich Nieper angeschrieben und dank seiner Flexibilität konnten wir innerhalb eines Tages einen Termin in München bekommen. Nach seiner ersten Diagnose (harmlose Reizung im Sprunggelenk) war Markus erleichtert, dass es nichts schlimmeres war. Jetzt hieß es einfach ein paar Tage Laufpause und dann sollte das Training weiter gehen.

PUSTEBLUME, wie man so schön sagt. Jetzt haben wir Ende Mai und er hat immer noch Probleme beim Laufen. Dank des tollen Vereinsnetzwerks bei TriZack Rostock konnte er sich kurzfristig ein MRT organisieren um eine genaue Diagnose zu erhalten – allerdings kam auch hier nichts weiter dramatisches zum Vorschein. Die Sprunggelenkskapsel ist gereizt und brauch offensichtlich einfach Zeit zum heilen. Seitdem wir zurück in Rostock sind, geht er wieder regelmäßig zu seinem Physiotherapeuten Martin Schütt – wahrscheinlich hat das Fehlen seiner professionellen Behandlungen, als wir unterwegs waren, mit zum Problem beigetragen.

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Markus ist wirklich „tapfer“ macht seit fast 4 Wochen komplette Laufpause, da ist er konsequent. „Lieber 4 Wochen nicht laufen und dann geht es wieder richtig, als sich die ganze Saison versauen, weil man den Schmerz übergeht“ so seine Meinung. Nachdem das Fuß-Problem nun fast ausgestanden war, kam noch eine Erkältung hinzu. Ich war selber zwei Wochen krank und habe ihn offensichtlich angesteckt. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie es Ihm damit geht und dass er dann wenig Lust hat hier etwas zu schreiben.

Den Mai 2018 werden wir nun als sportlichen „Seuchenmonat“ abhacken. Jetzt schauen wir nach vorn, hoffen, dass es im Juni wieder aufwärts geht und Markus seine Saisonplanung (Ironman 70.3 Elsinore, Chiemsee Triathlon, Ironman 70.3 Jönköping, Ironman Hamburg oder Kopenhagen, Ironman 70.3 Gdynia, Ironman 70.3 Rügen…) nicht komplett über den Haufen werfen muss. Drückt die Daumen, ich pflege Ihn so gut es geht.

Nachtrag am 29.05.2018:

Da der Mai ja noch nicht vorüber ist, kommt auch gleich die nächste “Katastrophe”:  Sonntagnachmittag, ich war gerade mit unserem Kindern und dem Hund am Strand spazieren, bekam ich einen Anruf von Markus, er wäre gestürzt und ich müsse ihn abholen. Ein älterer Herr übersah ihn beim Ausparken und nahm die Vorfahrt. Markus bremste stark und konnte eine Kollision vermeiden, kam jedoch selber dabei zu Fall. Während er glücklicherweise “nur” Schürfwunden davon getragen hat, ist sein Canyon Speedmax nun Schrott, da der Rahmen an zwei Stellen gebrochen ist. Deshalb muss Markus nun den Ironman 70.3 Elsinore und wahrscheinlich auch den Chiemsee Triathlon absagen. Wir hoffen schnellstmöglich ein neues Speedmax organisieren zu können, damit Markus im Juli endlich ins Renngeschehen eingreifen kann. Nur noch zwei Tage Mai – der Juni kann nur besser werden!

 

News Flash

Nach meinem Sturz-bedingten Ausscheiden beim IRONMAN Barcelona war es hier länger ruhig… Das lag zum einem daran, dass ich aufgrund der Verletzungen drei Wochen mit dem Training aussetzen musste und deshalb die Pläne für ein weiteres spätes Rennen in diesem Jahr über den Haufen warf. Zum Anderen kostete die Verlagerung unseres Lebensmittelpunktes nach Rostock einiges an Zeit und Energie.

Für diesen Schritt entschieden haben wir uns aus mehreren Gründen. Einen großen Anteil haben natürlich die nahezu perfekten Trainingsbedingungen in der Hansestadt. So kann ich jeden Tag, teilweise mehrere, Schwimmzeiten nutzen und stets mit starken Jungs zusammen trainieren. Mittlerweile stehe ich wieder voll im Training und konnte ein paar gute Wochen komplikationslos absolvieren. Am 4. November startete ich beim Schneckenlauf in Graal-Müritz und gewann die (knapp-)10-km-Strecke nach 32:10 min.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel Mohrenwirt am Fuschlsee, wo ich bei frühlingshaften Bedingungen einige gute Einheiten absolvieren konnte, geht es Anfang Dezember schon in das erste Trainingslager. Auf Lanzarote werde ich, unter anderem, mit Andy Raelert und David Breuer kräftig an der Form feilen und mir den Weihnachtsbraten verdienen.

Die Planungen für die neue Saison laufen ebenfalls auf Hochtouren. Bereits früh im Jahr möchte ich das erste Rennen absolvieren, sofern sich unser neuer Familienzuwachs nicht deutlich verfrüht ankündigt. Auch an der Sponsorenfront wird es wohl einige spannende Neuerungen geben. Ich freue mich schon, wenn ich ich Euch bald hier darüber berichten kann. 🙂

 

Einen Ausflug…

… in ungewohntes Terrain machte ich gestern beim Maschsee Triathlon Hannover. Ich gab mein Debüt in der 2. Bundesliga für das TriTeam triZack Rostock. Das bedeute 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren mit Windschattenfreigabe und 5 km Laufen.

Beim Schwimmen konnte ich mich am Ende der Spitzengruppe positionieren, befand mich nach einem schwachen Wechsel aber nur in der kleineren zweiten Radgruppe. Wir arbeiteten gut zusammen und konnten nach ca. 13 km zur Spitzengruppe aufschließen. Etwa 3 km vor Ende der Radstrecke ergab sich für mich die Möglichkeit zur Attacke, die ich natürlich nutzte und so ca. 10 sec Vorsprung auf das große Feld heraus fahren konnte.

In Hinblick auf den abschließenden Lauf, war das vielleicht nicht das cleverste, es hat allerdings richtig Spass gemacht.

Da auch mein zweiter Wechsel in die Hose ging, war mein kleiner Vorsprung direkt wieder dahin und ich ging irgendwo um Platz 20-25 zum Laufen. Der erste Kilometer fiel sehr schwer und als ich meinen Laufrhythmus endlich gefunden hatte, war das Rennen nach insgesamt gut 57 min auch schon zu Ende. Im Ziel war ich schließlich auf Platz 18 und meine Uhr zeigte einen Schnitt von 3:19 min/km für die 5 km an.

Eine insgesamt ordentliche Leistung und Top20 in meinem ersten Bundesliga Rennen stellten mich wirklich zufrieden. Zudem war es ein guter, intensiver Trainingsreiz und machte richtig Spass! In der Endabrechnung belegte unser Rostocker Team einen starken 6. Tabellenplatz (von 18 Mannschaften.) Das macht definitiv Lust auf mehr und ich hoffe, im nächsten Jahr noch ein paar zusätzliche Liga-Wettkämpfe in meine Saisonplanung integrieren zu können!

Bergauf…

… ging es nach der Enttäuschung in Schweden beim IRONMAN 70.3 Zell am See – Kaprun am vergangenen Sonntag. Und damit meine ich nicht nur die Strecke sondern auch mein Wettkampfergebnis, denn in dem sehr stark besetzten Profifeld konnte ich den 6. Platz erkämpfen.

Die Reise nach Zell am See war schon länger geplant. Aber eigentlich wollte ich nach dem IRONMAN Schweden gar nicht selber starten sondern meinen Kumpel und von mir trainierten Sportler Jonas unterstützen. Für den Fall, dass mein Rennen in Schweden in die Hose geht, meldete ich mich vorsichtshalber an. Und so kam es schließlich, dass ich doch an der Startlinie stand.

Nach jeder Menge Reiserei und reichlich Training in der Woche vorher ging ich zwar fit aber nicht sehr erholt in den Wettkampf. Als ich noch am Donnerstag die Radstrecke komplett abfuhr, wurde mir klar, dass ich es mit meiner Größe von 1,93 m und 80 kg Kampfgewicht im 13 km langen und am Ende extrem steilen Anstieg zum Filzensattel sehr schwer haben würde. Und da man die Physik bekanntlich nicht besiegen kann, malte ich mir keine allzu großen Chancen aus.

Der für 11 Uhr angesetzte Start war sehr angenehm und man konnte am Morgen in Ruhe alle Vorbereitungen treffen. Kurz vor dem Startschuss für die 29 Profi Männer lichtete sich der Nebel, die Sonne kam heraus und sorgte für eine tolle Atmosphäre.

Das Schwimmen verlief ordentlich. Ich fühlte mich zwar nicht besonders gut, stieg aber schließlich mit weniger als einer Minute Rückstand auf den Führenden Nils Frommhold als 10. aus dem Wasser und nach einem schnellen Wechsel als 9. aufs Rad.

Auf den ersten, recht flachen, 22 km arbeite ich mich auf Platz 6 vor und sah die nächsten beiden Plätze in Form von Ivan Rana und Lukas Hollaus bereits vor mir. Doch dann begann der Anstieg und damit mein Leiden… Ich musste etliche, deutlich leichtere, Mitstreiter passieren lassen und fiel auf den 12. Rang zurück. Das war schon ziemlich deprimierend, denn ich fuhr absolut im, für mich, roten Bereich. Die letzten 1,6 km mit 12-14 % Steigung zogen mir dann richtig den Stecker.

Doch es gab ja nach 55 km zu fahren. Nach einer längeren Abfahrt waren auf der restlichen Strecke flache, schnelle Passagen sowie verwinkelte Ortsdurchfahrten und immer wieder kleine giftige Anstiege zu bewältigen. Meine Beine brannten, doch ich hielt den Kopf unten, das Tempo hoch und hoffte die nächste Gruppe vor mir noch einzuholen. Dies gelang mir schließlich nach 75 km und ich schloss im Ort Kaprun auf sechs Athleten auf. Dort fackelte ich nicht lange, ging an einem kurzen Anstieg an allen vorbei und drückte in der folgenden Abfahrt richtig auf’s Tempo. Nur zwei konnten folgen und rollten kurz nach mir in die Wechselzone.

Nach einem sehr flotten Wechsel ging ich an Position 8 kurz vor Ivan Rana auf die ,ebenfalls anspruchsvolle, Laufstrecke. An einem guten Tag hätte ich mit dem bekannt starken Läufer vielleicht mitrennen können, dieses mal musste ich nach dieser “Rad-Tortour“ mein eigenes Tempo finden und einfach nur kämpfen.

In der ersten von zwei Runden legte ich sogar eine kurze Gehpause ein, die Beine schrien einfach nur ‘Aufhören!’ Beim Laufabschnitt durch das Zeller Ortszentrum sah ich die nächsten Plätze vor mir und schöpfte noch mal frische Motivation, auch dank den tollen Anfeuerungen des Mohrenwirt-Teams, inklusive Chef Jakob, und vielen weiteren bekannten Gesichtern.

Mittlerweile war ich auf Platz 6 vor gelaufen, hatte aber Lukas Hollaus direkt im Nacken. Nach ca. 15 km konnte ich eine kleine Lücke reißen, mehr als 100 m ließ mich ‘Luki’ allerdings nicht weg kommen. Mit letzter Kraft rettete ich meinen Vorsprung bis in den Zielkanal, wo ich von den unzähligen jubelnden Zuschauern bis ins Finish getragen wurde.

Ich war wahnsinnig erschöpft aber glücklich, das es vorbei war und ich mit einem ordentlichen Ergebnis belohnt wurde. Ich habe wirklich alles gegeben und das maximale heraus geholt, was für mich an diesem Tag und auf dieser Strecke möglich war. Jetzt freue ich mich auf den, deutlich flacheren, IRONMAN 70.3 Rügen in knapp zwei Wochen und den kleinen Abstecher auf die Sprintdistanz in der 2. Bundesliga in Hannover am kommenden Samstag.

Fotos: Marcel Hilger, Andreas Wünscher/ Triaguide, Getty Images

Ein schnelles Ende

Nach nicht mal einer Wettkampfstunde musste ich gestern den IRONMAN Schweden nach einem Radsturz leider beenden.

Es ist natürlich extrem ärgerlich und frustrierend, wenn man sich so lange auf diesen einen Tag vorbereitet, top fit und super vorbereitet an den Start geht und dann die hart erarbeitete Form nicht in ein gutes Resultat umsetzen kann. Je mehr ich mich im Vorfeld des Rennens mit der Stadt und der Strecke vertraut machte, umso mehr wuchs meine Vorfreude. Positiv angespannt und motiviert ging es schließlich Samstagmorgen los. Zwar hatte es am frühen Morgen noch mehrere Stunden stark geregnet, der Tag sollte aber trocken und teilweise sonnig werden. Also alles perfekt, eigentlich.

Ich erwischte einen guten Schwimmstart, hielt mich aus Rangeleien raus und schwamm die ersten ca. 400 m an der Spitze des Feldes mit. Zwei Athleten konnten sich dann etwas absetzen, ich hielt zusammen mit dem Schweden Karl Johan Danielsson das Tempo hoch und der Australier Cameron Wurf folgte an unseren Füßen. Nach ziemlich genau 50 min stieg ich als vierter aus dem Wasser und an selber Position auf’s Rad.

Ich freute mich über die perfekte Ausgangsposition und war mir sicher zusammen mit den beiden anderen radstarken Sportlern die beiden Führenden auf der flachen Radstrecke schnell einzuholen. Der Asphalt war noch sehr nass und rutschig, so dass ich (eigentlich) sehr vorsichtig los legte. Nach nicht mal einem Kilometer, im ersten Kreisverkehr, passierte es dann trotzdem. Ich rutschte, wie auf Glatteis, weg und knallte hart auf die linke Seite. Ich wollte direkt aufstehen und weiter fahren, allerdings war mein Lenker verdreht und zudem gerissen, die Kette klemmte und die Bremse schleifte… zudem kamen, neben Schwürfwunden, recht starke Schmerzen in der Hüfte, weshalb ich frustriert zurück Richtung Wechselzone humpelte und das Rennen aufgab.

Jetzt versuche ich nach vorn zu schauen. Die Verletzungen scheinen nicht langwierig zu sein und das Material ist reparabel. Zudem ist die Form ja nicht plötzlich weg und ich habe noch keine Langdistanz in den Knochen, von der ich mich erholen muss. Sollte alles gut gehen, werde ich nächste Woche beim IRONMAN 70.3 Zell am See starten. Anschließend steht ein Rennen über die Sprintdistanz im Rahmen der 2. Bundesliga in Hannover für TriZack Rostock auf dem Programm, bevor ich eine Woche später den IRONMAN 70.3 Rügen in Angriff nehmen werde. Beim IRONMAN Italy am 24. September werde ich dann den nächsten Versuch über die Langdistanz starten und schon einmal Richtung Hawaii-Qualifikation 2018 schielen. Bis dahin versuche ich einfach jeden Tag noch ein bisschen besser zu werden! 😉