Hoher Besuch!

Bei meinem Hauptsponsor, der Fredmax GmbH, gab es heute mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow einen prominenten Gast.

Unter dem Motto “Industrie 4.0“ machte er sich ein Bild, wie bei Fredmax digitale Technik und traditionelles Handwerk kombiniert werden. Exemplarisch dafür nahm er den handgefertigten rot-rot-grünen “Bodopester“ Schuh entgegen.

Ein sehr spannender Nachmittag mit einem super lockeren Ministerpräsidenten! 🙂

http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=207198

Até logo Algarve!

Seit gestern Abend bin ich wieder zurück im, gar nicht mehr so kalten, Deutschland und konnte endlich wieder meine kleine Familie in den Arm nehmen. Das Trainingslager in Portugal war erneut sehr erfolgreich und effektiv. Auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht immer mitgespielt hat, konnte ich das geplante Pensum absolvieren.

Solides und ausgeglichenes Training in allen Disziplinen stand auf dem Programm und das konnte ich sehr gut umsetzen. Die Form ist mittlerweile schon richtig ordentlich und auch deutlich besser als letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt, wo ich noch mit den “Nachwehen” des verkorksten Jahres 2015 zu kämpfen hätte.

Ein großes DANKE! an dieser Stelle noch einmal an Enrico, der mich vor Ort wieder hervorragend physiotherapeutisch betreut, auch wenn das nicht immer angenehm war! 😉

Nach ein paar ruhigeren Tagen absolviere ich einen Trainingsblock daheim, bevor es am 14. März für ein weiteres Trainingslager, dieses mal mit den Jungs vom Bundesliga-Team Weimarer Ingenieure, nach Fuerteventura geht. Am Anschluss können dann die ersten Wettkämpfe kommen!

Für alle Zahlen-Begeisterten noch ein paar Werte: In 16 Tagen habe ich 35 Trainingseinheiten mit insgesamt mehr als 66 Stunden reiner Trainingszeit absolviert. Ich bin 54 km geschwommen, 1140 km Rad gefahren und 175 km gelaufen. Die längste Einheit waren 202 km auf dem Rad in einer Zeit von 6:43 h.

Fredmax GmbH wird Hauptsponsor für IRONMAN-Triathlet Markus Liebelt

In diesem Jahr weitet die Fredmax GmbH ihr Engagement auf den Bereich des Sportsponsoring aus und unterstützt den Triathleten Markus Liebelt bei den Vorbereitungen für die Saison 2017. Als erstes werden die geplanten Trainingslager in Portugal und Fuerteventura unterstützt.

1

Gesellschaftliches und soziales Engagement wird bei Fredmax sehr groß geschrieben. So unterstützt das Unternehmen, seit Jahren die Soccer4U Fußballschule mit der Fußball Legende Peter Ducke und Arbeit der Nachwuchs Damen des Thüringer THC und jetzt sponsert Fredmax erstmals den Nordhäuser Profitriathleten Markus Liebelt.

Peggy Fredrich, Geschäftsführerin der Fredmax GmbH, begründet das Sponsoring wie folgt: „Leistungen, Ausdauer und Flexibilität – das sind Eigenschaften, die nicht nur ein Triathlet mitbringen muss, sondern auch wir tagtäglich als Unternehmen. Markus ist das beste Beispiel dafür, wie man mit Willenskraft und Leidenschaft auch hochgesteckte Ziele erreicht. Herausforderungen stellen wir uns als Team und genau diesen Teamgeist wollen wir nutzen, um Markus bei den Vorbereitungen für die Triathlon Saison 2017 tatkräftig zuunterstützen.“

Und was sagt der Profitriathlet und IRONMAN Markus Liebelt:

Markus, Wann willst Du jetzt deine Vorbereitungen für die IRONMAN Saison 2017 beginnen?

Eigentlich bin die schon mitten drin, aber in unserer Gegend ist es zurzeit, vor allem, mit Radfahren eher suboptimal und deswegen werden wir Ende Januar für ein 3 wöchiges Trainingslager nach Portugal fliegen. Ich bin sehr glücklich, dass mich die Fredmax GmbH dabei unterstützt.

Wie ist es zu dem Kontakt gekommen?

Mein neuer Berater Thomas Hentze hat die Gespräche vorbereitet und ich war beeindruckt,von den vielen Innovationen rund um das Thema Laufen und Füße. Außerdem hat die Chemie zwischen uns gleich gestimmt.

Umbei der IRONMAN Weltmeisterschaft auf Hawaii teilzunehmen, musst Du zunächst erfolgreich Qualifikationspunkte bei anderen IRONMAN Rennen sammeln. Wie schätzt Du Deine Chancen ein?

Je professioneller ich mich auf die Wettkampfsaison vorbereiten kann, desto höher. Ich gehöre im IRONMAN-Bereich noch zu den Nachwuchsathleten und will mich in den nächsten Rennen kontinuierlich verbessern. Langfristig ist der IRONMAN Hawaii definitiv das große Ziel.

Wie viel trainierst Du derzeit in der Woche?

Zurzeit komme ich auf 15 bis 20 Stunden pro Woche reine Trainingszeit. Ich konzentriere mich hauptsächlich auf das Schwimmen und Laufen und ersetze das Radtraining durch Einheiten auf den Langlaufski. In den Trainingslagern ist der Schwerpunkt dann beim Radfahren, so dass ich insgesamt auf 30 bis 40 Stunden pro Woche komme.

Du bist Profi Sportler, Landestrainer beim Thüringer Triathlonverband, Personal Trainer und trainierst den Triathlon Nachwuchs des SV Nordhausen 90 e.V.Wie bringst du das alles unter einen Hut?

Meine Arbeit als Trainer bietet mir die finanzielle Grundlage meinen Sport auf diesem Niveau ausüben zu können. Zudem macht es mir Spaß meine Erfahrung und mein Wissen an andere Sportler weiter zu geben und an Leistungsverbesserungen mitzuwirken. Glücklicherweise kann ich mir den Großteil meiner Trainings- und Arbeitszeiten frei planen und versuche dabei auch immer Zeit für meine Familie unterzubringen. So gehe ich bspw. 6 Uhr früh laufen, kümmere mich anschließend um unsere kleine Tochter und bringe Sie in die Kita. Auch meine Frau Kathrin steht zu 100 % hinter mir, sonst würde das alles nicht funktionieren.

In der trüben Jahreszeit leiden ja viele unter „Winterdepression“. Kennst Du Motivations- oder Stimmungstiefs? Was machst Du, um daraus zu kommen?

Natürlich gibt es immer wieder solche Momente. Aber ich bin fit und das Training läuft gut, das ist die beste Motivation die man haben kann. Zudem habe ich immer meine Ziele vor Augen. So freue ich mich, in ein paar Tagen endlich ins deutlich wärmere Portugal flüchten zu können und langfristig sind die großen Wettkampfziele im Sommer ständig präsent.
Durch das neue Engagement von Fredmax kann ich mich professioneller vorbereiten und mehrere Trainingslager absolvieren.

Alle Mitarbeiter der Fredmax GmbH wünschen Dir eine gute und verletzungsfreie Vorbereitung und freuen sich schon auf die ersten Rennen.

2 4

Viel passiert…

… ist hier auf meiner Homepage in letzter Zeit nicht, was allerdings nicht daran lag, dass es nichts zu berichten gab, sondern, im Gegenteil, weil einfach die Zeit dafür gefehlt hat. Ich schreibe jetzt einfach mal der Reihe nach und kompakt auf, was es an Neuigkeiten zu erzählen gibt:

  1. Landestrainer Thüringer Triathlon Verband
    Ich habe meine Trainerarbeit weiter ausgebaut und bin dahingehend seit Oktober 2016 als Landestrainer für den Nachwuchsleistungssport beim Thüringer Triathlon Verband angestellt. Auch wenn die Umstände für den Triathlon-Leistungssport im Freistaat nicht ganz ideal sind, gehe ich die Aufgabe motiviert an und hoffe etwas bewegen zu können.
    .
  2.  Sponsoren und Partner
    Auch auf der Sponsorenseite gibt es ein paar Neuerungen. Mit SKS Germany habe ich den besten Partner für jegliches Zubehör rund ums Radfahren und mit SCICON einen Herstellter hochwertigster Fahrradtaschen und -koffer für mich gewinnen können. Auf meinen zukünftigen Flugreisen werde ich die AEROCOMFORT TRIATHLON Fahrradtasche nutzen.Alle Ziele in fahrbarer Nähe kann ich, dank der Unterstützung von AUTOHAUS LIEBE mit meinem neuen SKODA Octavia Combi RS zügig und bequem erreichen.
    dav
    Der Octavia Combi RS ist der perfekte Wagen für sportliche Familienpapas… reichlich Platz für Kind und Kegel gepaart mit jeder Menge Fahrspass! Vielen Dank an Thomas Peckruhn und sein Team!Ich freue mich außerdem in den kommenden Tagen einen weiteren neuen Sponsor präsentieren zu können… Seid gespannt! 😉
    .
    3. Trainingslager und Saisonplanung 
    Nach Weihnachten sind wir für 9 Tage nach Kleinarl, Österreich geflüchtet und ich habe mich mit reichlich alternativem Training fit gemacht. Neben einigen Laufeinheiten standen Alpin-Skifahren, Skating, Schneebergwandern und sogar Rodeln auf dem Programm. 15875564_1342514145770136_8642831108308527453_o
    Ende Januar geht es mit meinem Physio Enrico wieder an die Algarve nach Portugal, wo es dann richtig ernst wird. Anschließend werde ich eine neue und bis jetzt noch relativ unbekannte Destination für Trainingslager erkunden. Es ist eine kleinere Insel mit konstant warmen Temperaturen und ist von Deutschland aus mit dem Flugzeug innerhalb von 4 bis 5 Stunden zu erreichen… Vielleicht errät es jetzt schon der eine oder andere.
    Zum Thema Saisonplanung 2017 noch ein paar wenige Worte: meine Vorbereitung wird jetzt in erster Linie auf den IRONMAN Austria, Klagenfurt am 2. Juli ausgerichtet sein. Dazu später mehr… ich gehe erstmal wieder trainieren. 😉

Schritt für Schritt geht es aufwärts…

Es ist Sonntagvormittag, draußen schüttet es wie aus Eimern und die Beine sind noch schön platt vom gestrigen 35-km-Lauf im Wettkampftempo. Auch sonst steht ausnahmsweise mal kein Termin an und ich komme nun endlich mal dazu ein paar Worte über die vergangenen Wettkämpfe zu schreiben.

Am Sonntag dem 04. September bin ich beim Silberstrom Triathlon über die olympische Distanz im sächsischen Schneeberg gestartet. Sieben Tage darauf stand der IRONMAN 70.3 Weymouth in Südengland an. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, eine Woche vor einem großen Wettkampf, eine Olympische Distanz als harte Trainingseinheit zu absolvieren.  Außerdem war der Silberstrom Triathlon etwas Besonderes für mich, denn genau bei jenem Wettkampf habe ich vor 9 Jahren meinen erst zweiten Triathlon und meine erste Olympische Distanz absolviert.

iw275031

Insofern war es richtig schön unweit meiner eigentlichen Heimat im Erzgebirge zu starten und den Wettkampf dann auch zu gewinnen. Allerdings wurde es härter als gedacht. Kurz vor dem Start habe ich noch schnell meine Laufräder gewechselt und dabei nicht daran gedacht die hintere Bremse entsprechend zu justieren. Diese war dann also auf Dauerbremsmodus gestellt und ich habe mich beim Radfahren gewundert warum es, trotz sehr hoher Anstrengung, überhaupt nicht vorwärts ging und ich sogar überholt wurde. Ich schob es auf die erst zwei Wochen zurück liegende Langdistanz und das umfangreiche Training in den Tagen vor dem Wettkampf und war guter Dinge mit einem schnellen Lauf noch alles regeln zu können. So war es dann auch und nach dem, mit Abstand, schnellsten Lauf konnte ich mit viel Vorsprung gewinnen. Beim Ausschecken meines Rades sah ich dann das Dilemma…

Diese sehr harte Radeinheit war dann aber offensichtlich äußerst wirkungsvoll. Denn eine Woche später konnte ich in Weymouth nicht nur die schnellste Radzeit abliefern sondern mit dem 5. Platz auch mein bestes IRONMAN-Resultat bisher erzielen! Endlich lief es in einem großen Rennen in diesem Jahr mal richtig gut.

img-20160911-wa0004

Das Schwimmen verlief, quasi wie immer in dieser Saison, mittelmäßig und ich kam mit drei Minuten Rückstand auf die Spitze als 14. aus dem Wasser. Angesichts meines sehr geringen Trainingsumfangs im Schwimmen aus verschiedenen Gründen, ist das in Ordnung. Allerdings ist hier im Hinblick auf die nächste Saison deutliches Steigerungspotential vorhanden um diesen Rückstand zumindest wieder zu halbieren.

burst

Nach einem schnellen Wechsel legte ich am Rad zügig los und konnte direkt eine größere Gruppe auf den ersten (und einzigen) flachen Kilometern überholen. Nur zwei Mann konnten mitgehen und wir arbeiteten uns, fair zusammenarbeitend, im hohen Tempo weiter nach vorn. Wir holten noch drei Athleten ein und waren ab ca. 30 km eine sechsköpfige Verfolgergruppe auf den Plätzen 4 bis 9. An den vielen steilen Anstiegen und Rampen hatte ich ordentlich zu kämpfen und musste regelmäßig tief in den roten Bereich gehen. In den Abfahrten und den technischen Passagen konnte ich meine Streckenkenntnis (ich war die Runde vier Tage vor dem Rennen abgefahren) nutzen und lies es richtig laufen. (Maximale Geschwindigkeit 93 km/h!) Drei Athleten mussten dieser Tempohatz schließlich Tribut zollen und ich rollte zusammen mit einem Franzosen und einem Amerikaner auf den Plätzen 4 bis 6 mit etwa drei Minuten Rückstand auf die Spitze zum zweiten Wechsel.

Durch eine schnellen Wechsel und den Verzicht auf Socken ging ich zusammen mit Yvan Larrige (FRA) mit ca. 20 sec Vorsprung vor Justin Metzler (USA) auf die Laufstrecke. Wir liefen Seite an Seite in einem Tempo um die 3:30 min/km, bauten den Vorsprung kontinuierlich aus und machten Zeit auf die  Spitze gut. Meine Beine waren von dem harten Radpart zwar schon ziemlich angeschlagen, die Aussicht auf eine Topplatzierung motivierte jedoch unheimlich und es lief gut.

burst

Bis ca. km 15 waren wir untrennbar und pushten uns gegenseitig. Dann hatte ich einen ziemlichen Tiefpunkt, die Beine wurden immer schwerer und ich musste das Tempo drosseln. Mit Cola und Kampfgeist rettete ich meine Top-5-Platzierung ins Ziel. Yvan lief noch bis auf den 3. Rang vor, ich war trotzdem mit meinem 5. Platz überglücklich. Ich habe alles gegeben und raus geholt, mehr war am Ende einfach nicht mehr drin.

Entsprechend motiviert sehe ich nun meinem letzten Saisonhöhepunkt, dem IRONMAN Barcelona, in zwei Wochen entgegen. Die Form stimmt und ich hoffe ein ähnlich gutes Rennen noch einmal über die lange Strecke abliefern zu können.

dav

Ein kleiner Nachtrag noch zum Wettkampf an sich: Wer echte und ehrliche „Männerrennen“ machen will, sollte den Weg über den Kanal wählen. Auf der Jagd nach schnellen Zeiten setzen viele Veranstalter ja gern auf möglichst schnelle Strecken und lassen hier und da gerne mal ein paar Meter bei der Streckenvermessung weg. In Weymouth waren es 1990 m zu schwimmen, 92,5 km mit knapp 1100 hm auf dem Rad und windige 21,3 km zu laufen… Belohnt wurde man dafür mit schönen Ausblicken auf eine einzigartige Landschaft, klares und sauberes Meerwasser sowie einer tollen Stimmung und Kulisse auf der Laufstrecke.

Drama mit Happy End

… so würde ich wohl auf “Beschreibe deine erste Langdistanz in drei Worten!” antworten.

Jetzt bin ich also auch ein “IRONMAN”. Nach genau 8:42:37 h habe ich am Sonntag als 10. Profi das Ziel im wunderschönen Kopenhagen überquert. Auf der einen Seite überglücklich, auf der anderen aber auch enttäuscht. Ich habe in dem Rennen, vor allem beim Laufen, eine Vielzahl von Emotionen durchlebt, die ich mit Worten gar nicht wiedergeben kann. Ich versuche es aber trotzdem:

Die Tage vor dem Rennen verliefen perfekt, die letzten Trainingseinheiten fühlten sich sehr gut an und dementsprechend zuversichtlich und motiviert ging es am frühen Sonntagmorgen in einem sehr starken Starterfeld mit ca. 30 Profis an den Start im Amager Strandpark.  Pünktlich 7 Uhr schickte uns der Startschuss in die mit Morgennebel bedeckte Lagune auf die 3,8 km lange Schwimmrunde.  Mein Plan war es mich an Dejan Patrcevic, einem kroatischen Profi, der in Zadar im Juni gewonnen hatte, zu halten. Dejan kenne ich schon seit meinem ersten Profi Rennen vor vier Jahren in Aarhus. Er ist ein sehr erfahrener Athlet auf der Langstrecke und wir verstehen uns richtig gut. Seine Schwimmzeiten lagen bei vergangenen Starts in Kopenhagen bei etwa 52 min. Das sollte passen… 20160821_070051_6

Am Anfang war ich etwas im Gewühl eingekeilt und bin nicht so recht vom Fleck gekommen. Nachdem ich mich da raus gearbeitet hatte, habe ich eine Gruppe angeführt und sah die erste Gruppe vor mir langsam wegziehen. Dazwischen war noch ein einzelner Schwimmer zu sehen. Ich kam mittlerweile gut voran und es hat sich zügig und entspannt angefühlt. Ich kam dem einzelnen Schwimmer näher und erkannte, dass es Dejan war. Nach einer kurzen Tempoverschärfung war ich an ihm dran und setzte mich nach etwa zwei Kilometern vor ihn. Leider war zwischenzeitlich der Nebel so stark, dass man keine einzige Boje mehr sehen konnte und wir etwas vom richtigen Weg abgekommen sind. Das hat zwar etwas Zeit gekostet, im Endeffekt waren die 54 min Schwimmzeit dann aber doch in Ordnung. edited_1471760114143

Auf Platz 11 ging es zum Radfahren. Ich schlug ein kontrolliertes Tempo an und der Schnitt stellte sich bald jenseits der 40 km/h ein. Es lief gut! Ab ca. 40 km war ich in einer Dreiergruppe unterwegs. Leider beteiligte sich nur einer meiner beiden Mitstreiter in der ersten Runde ein paar Kilometer lang an der Führungsarbeit. Die meiste Zeit fuhr ich vorn und hielt das Tempo hoch. Ich machte einfach mein eigenes Rennen. Ich konnte meine Leistung konstant hoch halten und wurde auch in der zweiten Runde nicht langsamer. Nach einem ordentlichen Radsplit von 4:27 h für die 180 km kam ich nach insgesamt 5:24 h als 10. in die zweite Wechselzone. Dort saß mit Cameron Brown noch ein richtiger Superstar des Triathlons und rannte kurz vor mir los. Die Aussicht auf eine Top-Zeit und -Platzierung motivierte mich und ich hatte richtig Bock aufs Laufen!

Nach einer ausgiebigen Pinkelpause war der erste Kilometer etwas übermotiviert schon nach 3:35 min vorbei. Der zweite nach 3:46 min… Die Beine fühlten sich noch richtig gut an! Leider fing dann mein unterer Rücken an stark zu schmerzen. Da es an den Verpflegungsstellen nur Produkte von “High5” gab, ich aber, aufgrund guter Erfahrungen, die Hydrogels von “Powerbar” nutze, hatte ich mir alle Gels für die Laufstrecke in meine Rückentaschen gepackt.  (Dass dir jemand deine eigene Verpflegung zureicht war nicht erlaubt.) Das zusätzliche Gewicht am unteren Rücken störte nach 180 km Radfahren, fast komplett in Aeroposition. Ich hielt kurz an, warf kurzerhand alle Gels in einen Mülleimer, dehnte einmal kurz den Rücken und weiter ging’s. Die Schmerzen waren fast komplett weg. IMG-20160821-WA0030

Ich konnte wieder locker ein paar Kilometer gut unter 4 min absolvieren und nahm an den Verpflegungsstellen Iso und Cola auf. Kurze Zeit später meldete sich mein Bauch und ich musste den ersten Dixie-Klo-Stopp einlegen. Von da an ging es abwärts. Ich fühlte mich leer, musste Gehpausen einlegen und alles was ich an Verpflegung aufnahm kam wenige Kilometer später wieder raus. Insgesamt saß ich fünf oder sechs mal auf einem Dixie.

An Aufgeben habe ich aber keine Sekunde gedacht. Dafür war ich schon zu weit gekommen und lag noch zu gut im Rennen. Meinen ersten IRONMAN wollte ich in jedem Fall ins Ziel bringen.

So wurde der Marathon zu einer unbeschreiblichen emotionalen Berg- und Talfahrt. Ich saß fast heulend in Dixies, dann lief es ein paar Kilometer wieder gut, dann konnte ich wieder nur gehen… Manchmal wurde mir aufgrund des fehlenden Zuckers schwindelig, nach ein paar Schlucken Cola ging es wieder, dann wieder aufs Dixie usw. usw. … Ich motivierte mich an der Zeit, denn bis zur 9-Stunden-Marke hatte ich noch viel Luft. Und an den Zuschauern! An jedem Meter der Laufstrecke wurde man bejubelt und angefeuert. Das war Wahnsinn! Ich wünschte, ich hätte es noch bewusster wahrnehmen können. Über die Position war mittlerweile der Überblick verloren gegangen.

Durch kleine Schlucken Cola und Banane bin ich schließlich wieder zu Kräften gekommen und auch mein Magen hatte sich beruhigt. So konnte ich auf den letzten 8 km nochmal Tempo aufnehmen und drei Profis überholen.20160821_154319_4

Im Ziel war ich froh, dass es vorbei war und froh nach diesem großen Kampf noch mit einem Preisgeld-Rang belohnt worden zu sein. Und dennoch enttäuscht, nachdem ich zwischenzeitlich so gut im Rennen lag und die Laufform ja super war/ ist. Aber bei einem Rennen über diese Distanz muss eben alles passen. Und wie ich im Vorbericht schon geschrieben habe ist die Ernährung ein mit entscheidender Punkt. Meine Marathonzeit lag am Ende bei 3:15 h. Meine Garmin Uhr, die automatisch stoppt, wenn ich stehen bleibe, zeigte 3:03 h. Über 10 min habe ich also auf Toiletten verbracht…

Auf unserer langen Heimfahrt gestern nach der Siegerehrung habe ich natürlich viel überlegt und analysiert, woran es gelegen haben könnte. Am Rad habe ich mich konsequent verpflegt, vielleicht etwas zu konsequent. Denn meine Gel-Flasche mit Kohlenhydraten für 4,5 h war nach gut 3 h schon leer. Da die Flasche schwarz ist, konnte ich den Füllstand nur erahnen.  Der Körper kann in einer bestimmten Zeit nur eine gewisse Menge an Kohlenhydraten aufnehmen und verarbeiten, alles was darüber hinaus geht, findet quasi unverdaut wieder den Weg nach draußen. Dazu dann noch das, für meinen Körper unbekannte, Isogetränk und man braucht nur noch eins und eins zusammen zählen. Ich werde versuchen aus diesen Fehlern zu lernen und es beim nächsten “Langen” besser zu machen.

Jetzt, zwei Tage danach, fühle ich mich schon wieder erstaunlich gut und frisch, was wohl am doch eher langsamen Marathon liegt. Ein paar Tage Ruhe werde ich mir noch gönnen um dann wieder behutsam ins Training einzusteigen. Mit dem IRONMAN 70.3 Weymouth in Südengland und dem IRONMAN Barcelona stehen noch zwei Rennen auf meinem Plan, auf die ich jetzt schon richtig Lust habe!

Ich denke, das reicht erstmal als Lesestoff und wird den einen oder anderen vielleicht schon langweilen. Ich werde in den kommenden Tagen noch ein paar Worte schreiben über all die Menschen, die mich so toll unterstützen und denen ich unheimlich dankbar bin. Aber das hat einen extra Beitrag verdient! 🙂

Nur noch drei mal schlafen…

… bis zum IRONMAN Kopenhagen. Lange war ich nicht mehr so aufgeregt vor einem Rennen. Je näher es auf den Sonntag zugeht, umso schlimmer wird es.

Seit vier Tagen sind wir nun schon in Kopenhagen. Montag bin ich noch die Radrunde komplett abgefahren, damit ich weiß, was mich erwartet. Die Strecke ist mit langen, schnellen Geraden, viel Wind aber auch vielen Kurven und Hügeln sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Bis heute habe ich noch ein paar kürzere Einheiten absolviert und jetzt ist so gut wie alles geschafft. Morgen noch ein kurzes Training im Wasser, am Samstag eine ebenso kurze Vorbelastung auf dem Rad und ein paar wenige  Kilometer zu Fuß.

Meine Form ist auf alle Fälle sehr gut und ich fühle mich gerüstet für meine erste Langdistanz. Eigentlich – denn natürlich gibt es auch Zweifel, Ängste und Fragen. Ein Wettkampf über mehr als 8 Stunden ist schließlich unberechenbar. Komme ich im Schwimmen gut durch? Klappt die Ernährung und spielt der Magen mit?  Wie reagiert der Körper, wenn es über die “gewohnte” Belastungszeit hinaus geht? Hält das  Material und überhaupt, werde ich endlich mal ein Rennen erleben, indem ich ohne “Zwischenfälle” durchkomme? Nach all  dem Sch…, der mir bisher passiert ist… Das und mehr wird mir in den nächsten Tagen und Nächten sicher noch des öfteren im Kopf herum schwirren bis am Sonntag, 7 Uhr, der erlösende Startschuss fällt.

Habe ich eine Taktik? Ja und nein! Im Schwimmen rechne ich mit einem Rückstand von 4 bis 5 min.  Wenn es  weniger wird, super, wenn es mehr wird ist das bei der Streckenlänge erstmal auch kein Beinbruch. Am Rad will ich versuchen effizient und kontrolliert schnell zu fahren damit es am Ende, in meiner derzeit stärksten Disziplin, noch zu einem schnellen Marathon reicht.  Hinsichtlich der enorm wichtigen Verpflegung habe ich mir auch einen Plan zurecht gelegt und hoffe, dass dieser aufgehen wird. Soweit zur Theorie, wie es in der Praxis dann tatsächlich ausgesehen hat, werden wir wohl am Sonntagnachmittag wissen.

Bis dahin, ich gehe erstmal wieder zurück ins Kopfkino!

Auf dem Weg nach Kopenhagen…

…haben wir gestern einen Zwischenstopp in Güstrow (bei Rostock) gemacht. Dort bin ich beim 24. Eurawasser Fun Triathlon über die Olympische Distanz gestartet. Mit Andreas Raelert hatte ich einen echten Superstar des Triathlonsports als direkten Gegner. Auch er startet beim Ironman Kopenhagen und wollte den Triathlon , so wie ich, als letzte harte Einheit davor nutzen, zumal Güstrow für ihn als Rostocker um die Ecke liegt.

Auf den zwei Schwimmrunden im Inselsee habe ich gut 1,5 min auf Andy verloren und lag an 5. Stelle – damit war ich erstmal zufrieden und er war noch in Reichweite. Leider habe ich beim ersten Wechsel etwas viel Zeit liegen gelassen.

Die wellige Radstrecke war zwar vom Verlauf her schön, der Asphalt aber nur etwa 10 km gut. 20 km waren schlecht und 10 km waren sehr schlecht – dort bin ich dann aus Sorge um mein Material auch ziemlich vorsichtig und nur am Oberlenker gefahren.

IMG-20160813-WA0001

Nichtsdestotrotz waren die Bedingungen für alle gleich. Ich habe nach 25 km Platz 2 übernommen und wechselte mit einem beruhigenden Vorsprung und 2,5 min Rückstand auf Andy in die Laufschuhe. Dort kam ich zwar mit der schnellsten Laufzeit noch etwas näher aber er ließ nicht locker und somit sich den Sieg auch nicht mehr nehmen.

dav

Das Rennen gegen ihn hat echt Spass gemacht. In Kopenhagen geht es dann in die zweite Runde. 😉 Dort sind neben Andy noch über 40 weitere Profis gemeldet, an starker Konkurrenz wird es also nicht mangeln.

Wir fahren jetzt weiter Richtung Dänemark. Bis später. 🙂

 

 

 

Von Training, 70.3 Top10 und Gedanken zur Langdistanzpremiere…

Die letzten drei Wochen waren gut gefüllt mit umfangreichen Training für meinen ersten Ironman in Copenhagen in knapp zwei Wochen. Der Fokus lag auf langen Radeinheiten, möglichst viel in Zeitfahrposition gefahren, bis zu 35 km langen Läufen und Freiwassertraining. Ich konnte alle Einheiten erfolgreich absolvieren und fühle mich körperlich definitiv gut gerüstet für den ersten “langen”.

IMG_20160726_110919.jpg

Als Formtest und letzte richtig harte Einheit habe ich am vergangenen Sonntag den Ironman 70.3 Polen in Gdynia (Gidingen) an der Ostsee genutzt. Zwei Tage vor dem Rennen bin ich die Radstrecke komplett abgefahren und war ziemlich begeistert, denn diese war landschaftlich sehr reizvoll und auch der Asphalt war, bis auf die ersten und letzten ca. 10 km durch die Stadt, wirklich gut. Auch die etwas wellige Laufrunde am Meer entlang und durch die Stadt war cool. Ich fühlte mich gut und freute mich auf das Rennen.

Ganz ohne Zwischenfälle lief es dann aber wieder nicht ab. Ein Defekt am Rad raubte mir am Tag vor dem Rennen noch fast sämtliche Nerven. Ich habe es bis Sonntagmorgen dann aber wieder hin bekommen und hatte schließlich ein voll funktionsfähiges und schnelles Rad in der Wechselzone stehen.

FB_IMG_1470579442886

Das Rennen selber hatte dann seine positiven als auch negativen Seiten. Im Schwimmen habe ich die erste Gruppe verpasst und schwamm hinter dem späteren 6. ein, eigentlich, etwas zu langsames Tempo. Nach ca. 1000 m setze ich mich vor ihn und zog die Pace nochmal etwas an. Als 14. der gut 30 gestarteten Profis ging ich schließlich aufs Rad.

FB_IMG_1470743970372

Das Radfahren war dann ziemlich, kontrolliert. Die Beine waren noch etwas müde und so konnte ich keine großen Akzente setzen. Trotzdem machte ich einige Plätze gut und ging mit nur etwas mehr als 3 min Rückstand auf die erste große Gruppe (Platz 4 bis 10) zum Laufen.

Erster km in 3:30 min und es lief richtig gut. Ich kam gut rein und die Beine fühlten sich fantastisch an. Ich war guter Dinge noch einige Plätze nach vorn zu laufen. Allerdings stellten sich nach etwa 3 km starke Atemprobleme ein. Ich musste anhalten, nahm Asthmaspray, atmete ein paar mal tief durch und hoffte, dass es besser werden würde. Wurde es aber nicht, sobald die Pace in Richtung unter 3:40 min/ km ging wurde es richtig schlimm. Ich kämpfte mich aber durch, wiederholte die Stehenbleiben-Asthmaspray-Atmen Prozedur noch mehrere Male und kam schließlich als 10. und trotzdem noch mit der viertschnellsten Halbmarathonzeit von 1:17:00 h ins Ziel. (die Pausen abgezogen waren es laut Garmin 1:14:34 h)

edited_20160807_120841

Trotz allem macht mich diese Leistung sehr zuversichtlich für Copenhagen, zumal ich mich auf dieses Rennen nicht speziell vorbereitet habe. Und nach all den Rückschlägen in den vergangenen 70.3’s war es ja dann doch wieder ein kleiner Erfolg.

Heute war ich beim Arzt und habe mich gründlich checken lassen. Gesundheitlich ist alles tip top und die Atemprobleme waren eine starke allergische Reaktion auf irgendwelche Pollen oder ähnliches. Ich hoffe natürlich, dass diese Probleme,zumindest in diesem Ausmaß, in Dänemark nicht wieder auftreten. Aber dort muss ich ja dann auch keinen 3:30er Schnitt laufen. 😉

Wir werden bereits eine Woche vorher anreisen, damit ich mich noch mit den Wettkampfstrecken vertraut machen kann. Die Anspannung steigt langsam aber sicher…