Es gibt für alles ein erstes Mal…

In diesem Fall war es die erste Disqualifikation in meinem Triathlon-Leben. Doch der Reihe nach…

Aufgrund der hohen Blaualgen-Konzentration und der schlechten Wasserqualität der Alster wurde der IRONMAN Hamburg als Duathlon über 6 km Laufen, 178 km Radfahren und 42 km Laufen ausgetragen. Auch, wenn ich viel lieber geschwommen und einen “richtigen” IRONMAN absolviert hätte, musste ich mich, wie alle anderen, auf die neue Herausforderung einstellen.

 

Mein Plan war ein offensives und mutiges Rennen zu zeigen. Zusammen mit Michael Raelert setzte ich mich direkt an die Spitze des Feldes und drückte aufs Tempo. Die knapp 3:20 min/km fühlten sich überraschend gut und locker an. Zusammen mit ca. 15 anderen Athleten, inklusive allen Top-Favoriten, erreichte ich nach 19:48 min für 6 km die Wechselzone.

Die ersten 10 km durch Hamburg waren mit vielen Kurven, Schlaglöchern und einer Kopfsteinpflasterpassage etwas knifflig zu fahren. Am Elbdeich angekommen, rollte es dann richtig gut. Ich arbeitete mich an die Spitze des Feldes. Mein SRM zeigte Wattwerte an, die ich mir eher für die Mitteldistanz vorgestellt habe. Ich hoffte, dadurch einige Verfolger abschütteln zu können, was aufgrund der großen Anzahl und hohen Dichte der Gruppe nicht wirklich erfolgreich war. Ich absolvierte die erste Runde mit einem Schnitt von 340 Watt und 45 km/h, wohl wissend, dass ich mich damit in einem Ritt auf der Rasierklinge befand.

Nachdem Micha Raelert im Stadtbereich die Führung übernommen hatte, setzte ich mich, zurück am Elbdeich, wieder an die Führungsposition. Nach ca. 130 km zeigte mein hohes Tempo schließlich Wirkung und die Gruppe riss etwas auseinander. Mit Bart Arnouts, James Cunnuma, Tim Don und Joe Skipper waren wir nur noch zu fünft. Bei etwa 150 km attackierten Bart und James, Tim und Joe folgten, ich musste mein eigenes Rennen zu Ende fahren. Wahrscheinlich hätte ich im “semi-legalen” Abstand folgen können, jedoch kam das für mich nicht infrage!

An Rang 5 liegend erreichte ich wieder die Stadt. Motiviert von diesem unglaublichen Radsplit stellte ich mich mental schon auf den Marathon ein. Plötzlich ein Pfiff und eine rote Karte vom Kampfrichter, mitten im Tunnel. Ich hatte kurz zuvor in einer engen Passage zwei nebeneinander fahrende Altersklassenathleten überrundet und musste dazu kurz über die Mittellinie fahren. Dabei kam kein Gegenverkehr und ich habe niemanden gefährdet oder behindert. Das Überfahren der Mittellinie war zwar tatsächlich verboten, uns wurde beim Briefing aber extra gesagt, dass es in solchen Situationen, um niemanden zu gefährden, geduldet wird.

Natürlich war das der mentale Genickschuss für meinen Wettkampf. Ich hätte bis zum Ende durchziehen und die Entscheidung danach anfechten können. Aber einen Marathon zu laufen für ein Ergebnis, was, mit allergrößter Wahrscheinlichkeit, schlussendlich eh nicht zählen würde, wäre weder klug noch sinnvoll gewesen. Ich joggte schließlich noch eine Runde über die Strecke und beendete danach mein Rennen.

Also geht der Blick nun nach vorn auf den IRONMAN 70.3 Gdynia am kommenden Sonntag und den IRONMAN Kopenhagen in knapp drei Wochen. An beide Wettkämpfe habe ich gute Erinnerungen. Aus Hamburg mitnehmen kann ich die Gewissheit über meine gute Radform: 4:03 h, 44 km/h und 310 Watt (317 NP) für 178 km! Nur die Krafteinteilung sollte ich in Kopenhagen noch etwas besser gestalten. 😉

P.S.: Für alle Interessierten veröffentliche ich meine Trainings- und Wettkampfleistungen auf STRAVA.

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