Bergauf…

… ging es nach der Enttäuschung in Schweden beim IRONMAN 70.3 Zell am See – Kaprun am vergangenen Sonntag. Und damit meine ich nicht nur die Strecke sondern auch mein Wettkampfergebnis, denn in dem sehr stark besetzten Profifeld konnte ich den 6. Platz erkämpfen.

Die Reise nach Zell am See war schon länger geplant. Aber eigentlich wollte ich nach dem IRONMAN Schweden gar nicht selber starten sondern meinen Kumpel und von mir trainierten Sportler Jonas unterstützen. Für den Fall, dass mein Rennen in Schweden in die Hose geht, meldete ich mich vorsichtshalber an. Und so kam es schließlich, dass ich doch an der Startlinie stand.

Nach jeder Menge Reiserei und reichlich Training in der Woche vorher ging ich zwar fit aber nicht sehr erholt in den Wettkampf. Als ich noch am Donnerstag die Radstrecke komplett abfuhr, wurde mir klar, dass ich es mit meiner Größe von 1,93 m und 80 kg Kampfgewicht im 13 km langen und am Ende extrem steilen Anstieg zum Filzensattel sehr schwer haben würde. Und da man die Physik bekanntlich nicht besiegen kann, malte ich mir keine allzu großen Chancen aus.

Der für 11 Uhr angesetzte Start war sehr angenehm und man konnte am Morgen in Ruhe alle Vorbereitungen treffen. Kurz vor dem Startschuss für die 29 Profi Männer lichtete sich der Nebel, die Sonne kam heraus und sorgte für eine tolle Atmosphäre.

Das Schwimmen verlief ordentlich. Ich fühlte mich zwar nicht besonders gut, stieg aber schließlich mit weniger als einer Minute Rückstand auf den Führenden Nils Frommhold als 10. aus dem Wasser und nach einem schnellen Wechsel als 9. aufs Rad.

Auf den ersten, recht flachen, 22 km arbeite ich mich auf Platz 6 vor und sah die nächsten beiden Plätze in Form von Ivan Rana und Lukas Hollaus bereits vor mir. Doch dann begann der Anstieg und damit mein Leiden… Ich musste etliche, deutlich leichtere, Mitstreiter passieren lassen und fiel auf den 12. Rang zurück. Das war schon ziemlich deprimierend, denn ich fuhr absolut im, für mich, roten Bereich. Die letzten 1,6 km mit 12-14 % Steigung zogen mir dann richtig den Stecker.

Doch es gab ja nach 55 km zu fahren. Nach einer längeren Abfahrt waren auf der restlichen Strecke flache, schnelle Passagen sowie verwinkelte Ortsdurchfahrten und immer wieder kleine giftige Anstiege zu bewältigen. Meine Beine brannten, doch ich hielt den Kopf unten, das Tempo hoch und hoffte die nächste Gruppe vor mir noch einzuholen. Dies gelang mir schließlich nach 75 km und ich schloss im Ort Kaprun auf sechs Athleten auf. Dort fackelte ich nicht lange, ging an einem kurzen Anstieg an allen vorbei und drückte in der folgenden Abfahrt richtig auf’s Tempo. Nur zwei konnten folgen und rollten kurz nach mir in die Wechselzone.

Nach einem sehr flotten Wechsel ging ich an Position 8 kurz vor Ivan Rana auf die ,ebenfalls anspruchsvolle, Laufstrecke. An einem guten Tag hätte ich mit dem bekannt starken Läufer vielleicht mitrennen können, dieses mal musste ich nach dieser “Rad-Tortour“ mein eigenes Tempo finden und einfach nur kämpfen.

In der ersten von zwei Runden legte ich sogar eine kurze Gehpause ein, die Beine schrien einfach nur ‘Aufhören!’ Beim Laufabschnitt durch das Zeller Ortszentrum sah ich die nächsten Plätze vor mir und schöpfte noch mal frische Motivation, auch dank den tollen Anfeuerungen des Mohrenwirt-Teams, inklusive Chef Jakob, und vielen weiteren bekannten Gesichtern.

Mittlerweile war ich auf Platz 6 vor gelaufen, hatte aber Lukas Hollaus direkt im Nacken. Nach ca. 15 km konnte ich eine kleine Lücke reißen, mehr als 100 m ließ mich ‘Luki’ allerdings nicht weg kommen. Mit letzter Kraft rettete ich meinen Vorsprung bis in den Zielkanal, wo ich von den unzähligen jubelnden Zuschauern bis ins Finish getragen wurde.

Ich war wahnsinnig erschöpft aber glücklich, das es vorbei war und ich mit einem ordentlichen Ergebnis belohnt wurde. Ich habe wirklich alles gegeben und das maximale heraus geholt, was für mich an diesem Tag und auf dieser Strecke möglich war. Jetzt freue ich mich auf den, deutlich flacheren, IRONMAN 70.3 Rügen in knapp zwei Wochen und den kleinen Abstecher auf die Sprintdistanz in der 2. Bundesliga in Hannover am kommenden Samstag.

Fotos: Marcel Hilger, Andreas Wünscher/ Triaguide, Getty Images

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