Stendal und Müritz…

Zwei Formtests auf dem Weg zum nächsten Highlight, dem ICAN Germany in Nordhausen. Was ich dort erreichen will und warum mir das Rennen so wichtig ist, ist in diesem Artikel nachzulesen!

Ein paar Worte zu den letzten Rennen: Nach ein paar Tagen Pause im Anschluss an das Rennen am Chiemsee bin ich wieder gut in das Training hereingekommen und habe vor allem im Laufen nochmal sehr viel geackert. Am 12. Juli absolvierte ich den Olympischen Triathlon in Stendal/ Altmark aus dem vollen Training um meinen Verein in der Landesliga zu unterstützen. Nach super Schwimmen kam am ich am Rad erstmal relativ schwer in Schwung, konnte mich aber steigern und am Ende die schnellste Radzeit mit einem Schnitt von knapp 44 km/h über 43,6 km hinlegen. Kurz vor Canyon Athlet Konstantin Seufert ging es in die zweite Wechselzone, nach einem Missgeschick von mir lief er aber mit Vorsprung als erster hinaus. Auf der hügeligen und teilweise cross-artigen Laufstrecke riskierte ich nichts mehr und lief den zweiten Platz nach Hause. Am nächsten Morgen standen immerhin wieder 20km auf dem Plan!

Die folgenden zwei Wochen Training vergingen weiterhin vielversprechend. Vor allem im Laufen lief es wieder richtig locker und teilweise wie von allein ohne dabei die anderen Disziplinen zu vernachlässigen. Vielversprechend sind auch meine Schwimmleistungen die ich kontinuierlich steigern konnte. Seit ca. zwei Monaten absolviere ich mein Training ausschließlich in offenen Gewässern, auch weil in Halle seit einiger Zeit die Schwimmhallen wieder geschlossen haben. Die Hallenser Umgebung bietet u.a. mit Hufeisensee, Süßer See sowie dem gesamten Leipziger Neuseenland aber auch hervorragende Möglichkeiten! Ich schwimme nicht besonders viel, aber scheinbar sehr effektiv, denn ich konnte den Abstand zu den Spitzenschwimmern mehr als deutlich verkürzen.

Vergangenen Samstag standen nun 2km Schwimmen, 80 Rad und 20,8km laufen in Waren an der Müritz auf dem Programm. Podium war natürlich das Ziel, am Ende reichte es bei extremer Hitze denkbar knapp leider nur zu Platz vier.

Bei bis zu 35 Grad Außentemperatur erfolgte der Start auch noch 12 Uhr mittags. Schon im Wasser war es viel zu warm, da der Veranstalter Neoprenanzüge erlaubte. Wo und Wann die, ich glaube offiziell 21,6 Grad Wassertemperatur, gemessen wurde kann ich mir nicht verklären. Auf der Schwimmstrecke in jedem Fall nicht!

Für alle Nicht-Triathleten: Mit Neoprenanzug schwimmt man immer deutlich schneller und kraftsparender als ohne, den Neo weglassen ist also immer noch die schlechtere Wahl als im “kühlen Nass” zu schwitzen.

Ich schwamm also relativ locker um nicht gleich zu überhitzen, wechselte aber dennoch gut platziert an drei zusammen mit Erdinger Teamkollege Flo Seifert aufs Rad. Die 2x40km Wendepunktstrecke war mit ihren vielen Wellen und schlechten rauen Asphalt echt schwierig zu fahren. Dazu gab es kaum Schatten und einen straffen Wind, der sich anfühlte als würde dir jemand die ganze Zeit einen Föhn ins Gesicht halten.

Nach 20km, kurz vor der ersten Wende, hatten wir die beiden Spitzenschwimmer überholt, allerdings auch noch zwei schnelle Läufer nicht weit hinter uns. Meine 700ml Wasservorrat, der normalerweise 90km hält, waren da bereits aufgebraucht und mein Mund schon staubtrocken.

Genau in der Wendekurve in einer Buswendestelle wurden 0,5l PET Flaschen mit kohlensäurehaltigen(!) Wasser gereicht. Beim ersten mal keine Chance hier in Schräglage eine Hand vom Lenker zu nehmen. Also 20km zurück durch die Wüste. Ich arbeitete fair mit Flo zusammen, hatte keine Probleme seinem Tempo zu folgen, hatte aber leider auch nicht meinen normalen Punch um wegzufahren. Nach ca. 30km kamen auch noch immer wieder einsetzende Krämpfe in der Gesäß-Muskulatur dazu, wahrscheinlich hatte ich mittlerweile durch den hohen Schweißverlust, schon im Schwimmen, einen ordentlich Wasser und Nährstoffmangel. Bei der nächsten Wende konnte ich immerhin ein Flasche greifen, allerdings verschüttete man schon fast die Hälfte dabei. Das was übrig blieb war dann im wahrsten Sinne nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das selbe Spiel bei der letzten Wende. Ich bemühte mich trotz Schmerzen im Gesäß das Tempo an der Spitze hoch zu halten.

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Bei der letzten Verpflegung ca. 5km vor der Wechselzone reichte man uns gleich gar kein Wasser mehr. Nach 1:50h und der schnellsten Radzeit ging es kurz vor Flo zum Wechsel, nicht wirklich schlecht, aber vor allem in Anbetracht der Wattleistung doch deutlich unter meinen Möglichkeiten.

Ohne Socken schlüpfte ich in meine SKECHERS Gorun Speed, rannte als erster aus der Wechselzone und krallte mir an der Verpflegung gleich jeden Becher den ich bekommen konnte. Die Freude auf Erfrischung hielt nur kurz, denn das Wasser hatte sich mittlerweile seiner Umgebungstemperatur angepasst.

Die ersten Meter fielen mit staubtrockenen Mund und Schmerzen im Hinterteil noch extrem schwer. Die Luft stand zudem förmlich auf der Lauf-Strecke, die sich überwiegend in der prallen Nachmittagssonne befand. Nach 1,5km ein kurzer Zwischenstopp bei der nächsten kleinen Verpflegungsstelle um mich einmal komplett mit zumindest etwas kühleren Wasser zu bebechern. Das tat wirklich not und ich konnte endlich ein ordentliches Tempo anschlagen . Die Hitze stieg mir allerdings schnell wieder unerträglich in den Kopf, bei der nächsten Verpflegung also das selbe Spiel. Und so ging es weiter, Laufen knapp unterhalb der “Umfall-Grenze”, Gehen an den Verpflegungsstellen um zu kühlen. Auch wenn die Beine mehr wollten und konnten, es ging einfach nicht anders. Schwämme waren Mangelware, Eis gab es gar nicht, um nicht zu kollabieren musste ich das Spiel so bis ins Ziel spielen um mich nicht vom Krankenwagen dahin fahren zu lassen.

Hitzerennen sind eben für Athleten meiner Größe doppelt schwer, mit guter Verpflegung und konsequenter Kühlung ist es aber durchaus gut machbar. Das war hier leider nicht möglich. Schade, denn die Beine hätten mehr gekonnt! Glückwunsch an Flo zum Sieg!!

Neben ein paar Mark Taschengeld konnte ich trotzdem eine weitere gute Erkenntnis mitnehmen. Selbst im komplett aufgeweichtem Zustand laufen sich die SKECHERS Gorun Speed ohne Socken perfekt! Keinerlei Blasen bis ins Ziel! Supergeil!

Weitermachen!

 

 

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