NEIN!

Nein! Ich habe den Duathlon Ruegen nicht ins Ziel gebracht! (das Schwimmen wurde wegen ‘unerwartet’ hoher Wellen durch einen 5km Lauf ersetzt)

Und Nein. Ich will auch nicht über die Wetterbedingungen jammern. Mit dem monsunartigen Regen, Gewitter und Sturm hatten alle zu kämpfen. Respekt an alle die das durchgezogen haben. Und mindestens genau so großer Respekt, für jene Athleten, die das Rennen aus Rücksicht auf ihre Gesundheit abgebrochen haben. An dem Tag wahrscheinlich eh die vernünftigere Entscheidung.

Nein! Ich will mich nicht schon wieder über die Windschatten Problematik aufregen und wie erbärmlich es war hinter einer Gruppe im 3m Abstand mit Kampfrichter-Motorrad daneben zu fahren. Und das selbe dann in der Spitzengruppe zu beobachten. Einfach mal Karte zeigen!!!

Nein. Über die teilweise sehr bescheidene Leistung des Veranstalters und unbedachte Streckenauswahl will ich auch nicht meckern!

 

 

Mein Rennen war jedenfalls nach 45km beim Rad vorbei. Beim ersten Lauf, habe ich mir noch eine gute Position erarbeiten können, nach der ewig langen Wechselzone über Sand und Asphalt wo ich gleich wieder fünf Plätze verlor, weil ich wohl übervorsichtig gelaufen bin, war ich bereits bedient.

Ich gab am Rad trotzdem wie gewohnt Gas,  attackierte die Gruppe um Jan Raphael und kam auch schnell weg. Bereits nach wenigen km machten sich allerdings immer stärker werdende Schmerzen in der rechten Hüftmuskulatur bemerkbar. Ich musste aufrecht fahren und locker machen, sodass mich nach einer Weile die Gruppe wieder überholte. Ich konnte dann da problemlos 15m dahinter hinterher rollen, aber das ist nun nicht wirklich das, was ich mir unter Wettkampf vorstelle. Also hab ich es nochmal versucht. Attacke und dann schauen dass ich eine wenigstens einigermaßen akzeptable Wattleistung halten kann. Es war aber nix zu machen. Nach wenigen km machte die Hüfte wieder zu!

Die Flüge für den ICAN Sevilla am 5. Oktober waren bereits gebucht, da wollte ich meine Gesundheit nicht weiter aufs Spiel setzen und bin raus.

Diese Schmerzen kann ich mir übrigens nur durch die Beschaffenheit der Laufstrecke erklären, denn vorher hatte es das noch nicht. 4 von 5 km führten auf dem leicht gewölbten, gepflasterten Promenadenweg lang, das heißt der rechte Fuß setzte mit jedem Schritt etwas höher auf als der linke. Ob man darauf einen Halbmarathon austragen muss, lasse ich jetzt mal so stehen…

Abgehakt ✔

Und nach vorn geschaut. Am Ende war es halt doch nur ein Duathlon!

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(c) Marcel Hilger

Zügig durch Zwickau…

Ging es gestern beim 2. Zwickauer Triathlon. Ich konnte mir dabei mit einer souveränen Leistung den Sieg auf der erstmals ausgetragenen olympischen Distanz sichern damit eine letzte richtig harte Einheit vor dem IRONMAN 70.3 Rügen am kommenden Sonntag absolvieren.

Seit letzter Woche arbeite ich in Halle mit meiner neuen Schwimmtrainerin Karin Seifert zusammen. Wir konnten schon minimale Verbesserungen erreichen, ich war mir allerdings unsicher ob ich diese schon auf den 30 Bahnen in der schönen Zwickauer Glück-Auf-Schwimmhalle umsetzen kann. Ich konnte! Es rutschte von Anfang bis Ende sehr gut und ich stieg nach ca. 1515m als erster wieder aus dem Becken. (+15 da ich mich verzählte und 1600 schwimmen wollte, zum Glück aber wurde ich lautstark zurückgepfiffen.) Der ehemalige Chemnitzer Olympia-Schwimmer Stev Theloke, der immer noch sehr gut in Form ist, war in der Staffel übrigens nur ca. 1:10 min schneller.

Auf dem Rad fuhr ich kontrolliert und baute meinen Vorsprung auf über 4min aus, mit einem zügigen Tempodauerlauf hielt ich diesen bis ins Ziel im legendären Westsachsenstadion!

Natürlich hat das jetzt sportlich keinen wahnsinnig hohen Stellenwert! Schwimmen fühlte sich sehr gut an, am Rad war ich von meinem Wattwerten teilweise selber überrascht, zumal ich das Rennen noch aus dem Training absolvierte, und der Lauf war locker. Ich war also sehr zufrieden und hoffe jetzt am Sonntag nochmal richtig den Turbo zünden zu können! 🔥

Dennoch war der Zwickauer Triathlon ein ganz besonderer für mich und meine Familie. Denn zu der Geburtsstadt meines Vaters pflegen wir eine besondere Beziehung. Ein großer Teil unserer Familie und Freunde kommt aus Zwickau, ich habe längere Zeit dort gewohnt, bin beim ausrichtenden Verein SV 04 geschwommen, habe in der zweiten Liga Wasserball gespielt und eine – sorry – geile Zeit gehabt! 😉

Daher war die Entscheidung da zu starten schnell gefallen, zumal die Wettkampfstätten mit der hochmodernen Schwimmhalle und dem eingebunden Westsachsenstadion sehr attraktiv sind. Die Streckenführung zeigte sich hart aber herzlich. Mehrere Runden auf einer Wendepunktstrecke auf super Asphalt mit insgesamt ca. 680hm auf dem Rad, 4x 2,5 km mit jeweils einem 1 km langen harten Anstieg beim laufen – und immer wieder ging es durch die tolle Kulisse des Stadions.

Wo 1971 die Friedensfahrer um den Sieg sprinteten und der FSV Zwickau zu DDR-Zeiten im Europapokal spielte jetzt als erster des Triathlons einzulaufen, und später auch noch Vati UND Mutti nach starken Leistungen auf der Sprint-Strecke im Ziel zu begrüßen, ist – nochmal sorry – super geil!

Vielen Dank an Familie und Freunde an der Strecke sowie den Helfern und dem gesamten Organisationsteam für einen tollen Tag! Auf hoffentlich viele weitere Auflagen Zwickauer Triathlon!

Hier noch der Zeitungsbericht der ‘Freien Presse':

http://www.freiepresse.de/SPORT/Schnelle-Jungs-machen-Namen-alle-Ehre-artikel8966861.php

😽

Drama mit Happy End am Nordhäuser Theater!

YES ICAN … noch gewinnen! Endlich hat es mal wieder geklappt und ich konnte gestern den ICAN Germany in Nordhausen gewinnen.

Doch wieder lief nicht alles rund, wieder hatte ich Pech und lange Zeit schien der obere Platz auf dem Podium noch unmöglich. Aber Kampfgeist und Leidensfähigkeit haben sich dieses mal so richtig bezahlt gemacht! Im Link gibt es den offiziellen Rennbericht.

Und hier meine Sicht:

Pünktlich ging es um 8 Uhr bei 8°C Luft- und 18°C Wassertemperatur im glasklaren Sundhäuser See etwas außerhalb von Nordhausen los. Auf den zwei Schwimmrunden über die Gesamtdistanz von 1,9km habe ich mich zwar nicht sonderlich gut gefühlt und hatte kaum Wassergefühl, trotzdem war ich recht zügig unterwegs und konnte den Rückstand auf die Spitze mit reichlich einer Minute im machbaren Bereich. Mit einem zügigen Wechsel machte ich sofort zwei Plätze gut und ging als fünfter auf die Radstrecke.

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 Dort lief es gleich rund und ich startete mit monströsen Wattwerten meine Jagd auf das Spitzenduo Henry Beck und Vorjahressieger Georg Potrebitsch. Schnell war ich auf Platz 3 vorgefahren und kam näher.

Doch nach einer Passage mit ein paar heftigen Bodenwellen war meine elektronische Schaltung tot. Meine Vermutung, dass sich der Akku nach einem heftigen Schlag aus der Halterung, welche im Rahmen im Tretlagerbereich verschraubt ist, gelöst hat, sollte sich später bestätigen.

Mein Fluchen war zu diesem Zeitpunkt sicher am Brocken noch zu hören, doch nach einer kurzen depressiven Phase entschied ich mich nicht aufzugeben sondern die verbleibenden knapp 30km bis zur ersten Verpflegungsstelle, wo es Werkzeug geben sollte, durchzuhalten. Ein Woche zuvor war ich mit Peter Seidel die Strecke abgefahren und wusste daher zum Glück, dass auf diesem Weg noch nicht die ganz großen Anstiege im Weg standen. Es sollte also mit dem relativ schweren Gang, der mir nur noch zur Verfügung stand, fahrbar sein.

Trotz weiteren Fluchattacken, wenn ich in schnellen Rückenwindpassagen trotz einer 120er Trittfrequenz nicht weit über 45kmh hinaus kam oder ich mich an den kurzen Anstiegen fühlte wie in der Beinpresse im Fitnesscenter, kam ich einigermaßen gut bis km 30. Dort warteten 3km Anstieg mit Gegenwind an dessen Ende sich erst der Verpflegungspunkt befand, eine weitere absolute Willensprüfung. Mit einer Frequenz von nur 40-50 U/min und 400-450 Watt wuchtete ich meine Maschine mit brennenden Beinen hinauf. Zum Glück habe ich einen tollen Coach, der mich auch diese Dinge immer fleißig üben lässt, sonst wäre ich hier wohl völlig eingegangen.

Oben angekommen waren die Helfer eher auf Reifenpannen eingestellt, doch nach kurzer Wartezeit fand sich auch ein Imbus-Set. Jetzt musste ich einen Flaschenhalter abschrauben um die Halterung abschrauben zu können. Zu allem Überfluss steckte der Akku auch noch im Tretlager fest und es dauerte wieder eine gefühlte Ewigkeit bis ich diesen herausgefummelt bekam. (einer dieser Momente wo man innerlich extrem kocht… ) Immerhin klappte es dann irgendwann doch, und ich konnte nach einer Standzeit von etwa 5 min (wie ich es heute in der Garmin Auswertung sehen konnte) meine angestaute Wut endlich wieder in Vortrieb umwandeln!

Ein besonderer Dank geht an die tollen Helfer, bei windigen 12°C haben sie sofort mitgedacht, mir eine Decke umgelegt und sich sehr gut (auch um alle anderen vorbeifahrenden Athleten) gekümmert. Mit vollem Einsatz dabei, großer Respekt! Zu meinem Problem: Ich hatte den Akku am Tag vorher noch einmal zum Laden draußen, beim wieder Einsetzen habe ich ihn vielleicht nicht fest genug in die Halterung gedrückt. (bzw. vielleicht nicht fest genug für Bodenwellen im vollen Tempo) Ich hatte bis dato noch nicht ein einziges Problem mit der elektronischen Schaltung und ich hoffe es bleibt jetzt bei diesem einen!

Mittlerweile war ich auf Platz 5 zurück gefallen und mein Rückstand auf die Spitze betrug fast 7 min, nach am Ende insgesamt knapp 90km und 980hm waren in Nordhausen beim zweiten Wechsel nur noch etwas mehr als drei 3min übrig. Ich denke, das sagt einiges! ;)

Zu meiner Überraschung mussten die beiden Führenden in der Strafbox am Beginn des Laufparts eine 4minütige Zeitstrafe wegen unerlaubten Windschattenfahrens absitzen . Nach Stimmen von Zuschauern und anderen Athleten keineswegs zu unrecht, ich selber habe sie kaum gesehen und kann es nicht beurteilen.

Als ich dann nach einem Blitzwechsel als Führender mit gut 30sec Vorsprung auf die Laufstrecke ging, dachte ich nur, “es gibt wohl doch noch Gerechtigkeit auf der Welt” und nahm die Beine in die Hand. Gewonnen war hier noch lange nix, denn die Laufstrecke sollte der schwierigste Halbmarathon werden, den ich bisher gelaufen bin. Flach war es so gut wie nie, dafür gab es heftige Anstiege, Kopfsteinpflaster, rasante Bergabpassagen und Cross-Abschnitte im Grünen, alles verteilt auf einer vier mal zu laufenden Runde. Immerhin wurde es so nie langweilig.

Erst recht nicht, mit der Konkurrenz, die mir im Nacken saß. Ich schlug ein schnelles Tempo an, Potrebitsch nach seiner Zwangspause aber ein noch schnelleres, so dass er nach bereits drei km fast auf mich aufgelaufen war. Ich hielt meine Pace konstant hoch und er konnte nie ganz zu mir aufschließen. Nach der ersten Runde waren wir nur ein paar Sekunden getrennt. Ich wurde keinen Deut langsamer und konnte so den Vorsprung in der zweiten und dritten Runde wieder auf etwas mehr als 30sec ausbauen und diesen bis ins Ziel halten. Auch meine Zeiten waren wahnsinnig konstant mit je knapp 20min auf jeder der schweren Runden

Georg lies allerdings bis zum bitteren Ende nicht locker und so konnte ich erst auf den letzten hundert Metern mir wirklich sicher sein, es etwas austrudeln lassen und die tolle Stimmung und das geile Flair vor dem Theater genießen! Ein unbeschreibliches Gefühl nach so einem Rennverlauf!!!

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Danke an Ulli, Sunil, die gesamte Organisation mitsamt Helfer, die Stadt Nordhausen und allen Menschen, die da waren für die tolle Unterstützung und ein fantastisch organisiertes Rennen!

Und Danke vor allem an die Menschen die mich auf meinem Weg unterstützen und mir immer den Rücken stärken, allen voran Physio-und-Betreuer-zu-jeder-Tages-und-Nachtzeit-sowie-bester-Freund-und-Mutti-für-alles ENRICO, Coach BEN, ohne dessen intelligente Trainingspläne ich nie so über die Rad- und Laufstrecke gekommen wäre und natürlich meiner FAMILIE, wo ein Teil direkt an der Strecke und der Rest daheim an Telefon und Bildschirm immer mitfiebert! :)

Jetzt geht’s mit neuem Schwung weiter durch die zweite Saisonhälfte mit:

Zwickauer Triathlon am 7. September

IRONMAN 70.3 Rügen am 14. September

 

 

 

 

 

 

 

Stendal und Müritz…

Zwei Formtests auf dem Weg zum nächsten Highlight, dem ICAN Germany in Nordhausen. Was ich dort erreichen will und warum mir das Rennen so wichtig ist, ist in diesem Artikel nachzulesen!

Ein paar Worte zu den letzten Rennen: Nach ein paar Tagen Pause im Anschluss an das Rennen am Chiemsee bin ich wieder gut in das Training hereingekommen und habe vor allem im Laufen nochmal sehr viel geackert. Am 12. Juli absolvierte ich den Olympischen Triathlon in Stendal/ Altmark aus dem vollen Training um meinen Verein in der Landesliga zu unterstützen. Nach super Schwimmen kam am ich am Rad erstmal relativ schwer in Schwung, konnte mich aber steigern und am Ende die schnellste Radzeit mit einem Schnitt von knapp 44 km/h über 43,6 km hinlegen. Kurz vor Canyon Athlet Konstantin Seufert ging es in die zweite Wechselzone, nach einem Missgeschick von mir lief er aber mit Vorsprung als erster hinaus. Auf der hügeligen und teilweise cross-artigen Laufstrecke riskierte ich nichts mehr und lief den zweiten Platz nach Hause. Am nächsten Morgen standen immerhin wieder 20km auf dem Plan!

Die folgenden zwei Wochen Training vergingen weiterhin vielversprechend. Vor allem im Laufen lief es wieder richtig locker und teilweise wie von allein ohne dabei die anderen Disziplinen zu vernachlässigen. Vielversprechend sind auch meine Schwimmleistungen die ich kontinuierlich steigern konnte. Seit ca. zwei Monaten absolviere ich mein Training ausschließlich in offenen Gewässern, auch weil in Halle seit einiger Zeit die Schwimmhallen wieder geschlossen haben. Die Hallenser Umgebung bietet u.a. mit Hufeisensee, Süßer See sowie dem gesamten Leipziger Neuseenland aber auch hervorragende Möglichkeiten! Ich schwimme nicht besonders viel, aber scheinbar sehr effektiv, denn ich konnte den Abstand zu den Spitzenschwimmern mehr als deutlich verkürzen.

Vergangenen Samstag standen nun 2km Schwimmen, 80 Rad und 20,8km laufen in Waren an der Müritz auf dem Programm. Podium war natürlich das Ziel, am Ende reichte es bei extremer Hitze denkbar knapp leider nur zu Platz vier.

Bei bis zu 35 Grad Außentemperatur erfolgte der Start auch noch 12 Uhr mittags. Schon im Wasser war es viel zu warm, da der Veranstalter Neoprenanzüge erlaubte. Wo und Wann die, ich glaube offiziell 21,6 Grad Wassertemperatur, gemessen wurde kann ich mir nicht verklären. Auf der Schwimmstrecke in jedem Fall nicht!

Für alle Nicht-Triathleten: Mit Neoprenanzug schwimmt man immer deutlich schneller und kraftsparender als ohne, den Neo weglassen ist also immer noch die schlechtere Wahl als im “kühlen Nass” zu schwitzen.

Ich schwamm also relativ locker um nicht gleich zu überhitzen, wechselte aber dennoch gut platziert an drei zusammen mit Erdinger Teamkollege Flo Seifert aufs Rad. Die 2x40km Wendepunktstrecke war mit ihren vielen Wellen und schlechten rauen Asphalt echt schwierig zu fahren. Dazu gab es kaum Schatten und einen straffen Wind, der sich anfühlte als würde dir jemand die ganze Zeit einen Föhn ins Gesicht halten.

Nach 20km, kurz vor der ersten Wende, hatten wir die beiden Spitzenschwimmer überholt, allerdings auch noch zwei schnelle Läufer nicht weit hinter uns. Meine 700ml Wasservorrat, der normalerweise 90km hält, waren da bereits aufgebraucht und mein Mund schon staubtrocken.

Genau in der Wendekurve in einer Buswendestelle wurden 0,5l PET Flaschen mit kohlensäurehaltigen(!) Wasser gereicht. Beim ersten mal keine Chance hier in Schräglage eine Hand vom Lenker zu nehmen. Also 20km zurück durch die Wüste. Ich arbeitete fair mit Flo zusammen, hatte keine Probleme seinem Tempo zu folgen, hatte aber leider auch nicht meinen normalen Punch um wegzufahren. Nach ca. 30km kamen auch noch immer wieder einsetzende Krämpfe in der Gesäß-Muskulatur dazu, wahrscheinlich hatte ich mittlerweile durch den hohen Schweißverlust, schon im Schwimmen, einen ordentlich Wasser und Nährstoffmangel. Bei der nächsten Wende konnte ich immerhin ein Flasche greifen, allerdings verschüttete man schon fast die Hälfte dabei. Das was übrig blieb war dann im wahrsten Sinne nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das selbe Spiel bei der letzten Wende. Ich bemühte mich trotz Schmerzen im Gesäß das Tempo an der Spitze hoch zu halten.

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Bei der letzten Verpflegung ca. 5km vor der Wechselzone reichte man uns gleich gar kein Wasser mehr. Nach 1:50h und der schnellsten Radzeit ging es kurz vor Flo zum Wechsel, nicht wirklich schlecht, aber vor allem in Anbetracht der Wattleistung doch deutlich unter meinen Möglichkeiten.

Ohne Socken schlüpfte ich in meine SKECHERS Gorun Speed, rannte als erster aus der Wechselzone und krallte mir an der Verpflegung gleich jeden Becher den ich bekommen konnte. Die Freude auf Erfrischung hielt nur kurz, denn das Wasser hatte sich mittlerweile seiner Umgebungstemperatur angepasst.

Die ersten Meter fielen mit staubtrockenen Mund und Schmerzen im Hinterteil noch extrem schwer. Die Luft stand zudem förmlich auf der Lauf-Strecke, die sich überwiegend in der prallen Nachmittagssonne befand. Nach 1,5km ein kurzer Zwischenstopp bei der nächsten kleinen Verpflegungsstelle um mich einmal komplett mit zumindest etwas kühleren Wasser zu bebechern. Das tat wirklich not und ich konnte endlich ein ordentliches Tempo anschlagen . Die Hitze stieg mir allerdings schnell wieder unerträglich in den Kopf, bei der nächsten Verpflegung also das selbe Spiel. Und so ging es weiter, Laufen knapp unterhalb der “Umfall-Grenze”, Gehen an den Verpflegungsstellen um zu kühlen. Auch wenn die Beine mehr wollten und konnten, es ging einfach nicht anders. Schwämme waren Mangelware, Eis gab es gar nicht, um nicht zu kollabieren musste ich das Spiel so bis ins Ziel spielen um mich nicht vom Krankenwagen dahin fahren zu lassen.

Hitzerennen sind eben für Athleten meiner Größe doppelt schwer, mit guter Verpflegung und konsequenter Kühlung ist es aber durchaus gut machbar. Das war hier leider nicht möglich. Schade, denn die Beine hätten mehr gekonnt! Glückwunsch an Flo zum Sieg!!

Neben ein paar Mark Taschengeld konnte ich trotzdem eine weitere gute Erkenntnis mitnehmen. Selbst im komplett aufgeweichtem Zustand laufen sich die SKECHERS Gorun Speed ohne Socken perfekt! Keinerlei Blasen bis ins Ziel! Supergeil!

Weitermachen!

 

 

Langsam aufwärts…

Ging es gestern beim top besetzten Chiemsee Triathlon zumindest bei der Platzierung. Nach einem sehr harten und zähen Rennen steht am Ende ein guter 7. Platz zu Buche, und das ohne besondere Vorkommnisse! ;)

Nach dem IRONMAN 70.3 Aarhus waren nur sechs Tage Zeit mich zu regenerieren und auf Chiemsee vorzubereiten. Zwei 4h-Rennen innerhalb einer Woche sind natürlich heftig. Das kann sehr gut funktionieren, muss aber nicht. Ich wollte aber auf keinen der beiden Wettkämpfe verzichten und vor allem nach dem Malheur in Dänemark endlich mal wieder ein “normales” Rennen ins Ziel bringen.

Am Freitag reiste ich mit meinem, mittlerweile ebenso triathlonverrückten, Dad, der sich für seine erste olympische Distanz gemeldet hatte, ins schöne Chiemgau. Wie der Sohn, so der Vater! Ohne den entsprechenden Rückhalt, der Unterstützung und Begeisterung der Familie wäre das alles nicht möglich bzw. viel, viel schwerer. Daher bin ich natürlich unheimlich froh und dankbar diesen Rückhalt zu haben und meine Leidenschaft mittlerweile sogar familienintern teilen zu können! Mama ist auch bald am Start! Das Virus greift um sich! ;)

In den Tagen bis zum Rennen war ich insgesamt drei mal schwimmen, drei mal Radfahren und einmal kurze 5km laufen um zu testen ob der in Aarhus verletzte Zeh wieder belastbar ist. Er war es, keine Brüche, keine Schmerzen, keine Ausreden!

Nach zwei sonnigen und erholsamen Tagen am Chiemsee fiel am Sonntag 9 Uhr der Startschuss für die Mitteldistanz. Alle Vorbereitungen konnten noch ohne Regen absolviert werden, die Vorhersage für den weiteren Tag verhieß jedoch nichts gutes.

Beim Schwimmstart wurde ich ganz schön durch die Mangel genommen. Ein paar Mann schwammen über mich hinweg und ich befand mich gleich am Ende der noch großen Gruppe, die sich jedoch schnell in eine Spitzen- und Verfolgergruppe, aufteile. Da war es mir allerdings deutlich zu langsam, also einmal links raus und mit einer Tempoverschärfung vorbei. Folgen konnte mir nur der Österreicher Franz Höfer, der nicht unbedingt als schlechter Schwimmer bekannt ist. Jetzt sah ich die Spitzengruppe etwa 40- 50m vor mir und versuchte nochmal das Tempo zu erhöhen um da vielleicht sogar noch heran zu kommen. Das war leider relativ aussichtslos, aber immerhin wurde der Abstand nicht größer. Nach ca. 1200m übernahm Franz bis zum Ausstieg die Führung und hielt das Tempo hoch. Feine und faire Aktion!

Als ich dann nach dem Wechsel von nur 30 sec Rückstand auf die erste Gruppe hörte war ich natürlich entsprechend motiviert da heranzufahren. Doch da wollten die Beine dieses mal nicht so richtig mitziehen und es ging ungewohnt schwer. Immer wenn ich mein Brothers auf “richtig” Geschwindigkeit bringen wollte, schrien die Beine so etwas wie “mach langsamer, sonst hören wir hier auf!” Vor allem die kurzen giftigen Anstiege, die ich in meiner Gewichtsklasse schon mit weit jenseits der 400 Watt nehmen muss (und normal auch relativ leicht nehmen kann) haben so richtig gebrannt. Die Beine waren nach dem 70.3 eine Woche zuvor einfach noch nicht wieder komplett hergestellt. Trotz, dass mir etwa 20-30 Watt zu meiner möglichen Wettkampfleistung gefehlt haben, arbeitete ich mich auf den 82km mit der drittbesten Radzeit auf Platz 4 vor. Ach so: vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es beim Radpart extrem anfing zu regnen und zu stürmen. Ein Wetter, das der schöne Chiemsee Triathlon definitiv nicht verdient hatte, mich persönlich an diesem Tag aber nicht weiter störte und nur dafür sorgte, dass ich die Kurven langsam und vorsichtig nahm.

3:45 min Rückstand waren es auf den Führenden als ich in meine neuen SKECHERS GoRun Speed schlüpfte. Ich konnte den Schuh am Vortag nur kurz testen, entschied mich aber aufgrund der tollen Passform dafür, ihn gleich am nächsten Tag dem 21km-Extremtest zu unterziehen. Die erste von vier Runden der hügeligen und teilweise sehr matschigen Laufstrecken lief noch ziemlich gut, doch auch hier machten sich die schweren Beine, vor allem, in den vielen kleinen Anstiegen bemerkbar. Ich konnte meine Pace mit großem Kampf immerhin noch konstant bei 3:50-55min/km halten, und auch wenn sich die SKECHERS phänomenal am Fuß anfühlen, konnten sie leider keine Wunder vollbringen. So musste ich in der zweiten Runde den Australier Chris Wiggel in einem Höllentempo vorbei ziehen lassen, später dann meinen Kumpel Andrej aus Kroatien, der mit einem gigantischen Lauf noch aufs Podium kam und Michael Rünz, der mit der dritten Laufzeit brillierte.

Das Rennen schien 2km vor Schluss dann gelaufen. Doch durch mein konstantes Tempo ohne großen Einbruch, sah ich plötzlich wieder Chris vor mir. Auch wenn meine Akkuanzeige schon rot blinkte, ein klein wenig Strom hatte ich noch, lief relativ schnell auf ihn auf und blieb erstmal ca. 10m dahinter. 20km waren da bereits absolviert, noch knapp ein Kilometer bis zur Erlösung. Doch anstatt noch etwas hinter ihm zu verschnaufen und die Situation, dass er meine Verfolgung noch nicht bemerkte, auszunutzen, war ich wieder zu blöd, zog gleich das Tempo an und ging erstmal vorbei. Chris, der ausreichend Kurzdistanz-Erfahrung mitbringt, blieb jetzt kurz in meinen Schatten und attackierte wenig später selber. Jetzt hatte ich absolut nichts mehr zuzusetzen und war geschlagen. Sechster Platz und Preisgeld verloren, Dummheit muss eben bestraft werden!

Und trotzdem habe ich etwas gewonnen: Erfahrung und das Wissen, dass auch für mich Rennen noch ohne bösartige Zwischenfälle enden können. Außerdem endlich einen Wettkampfschuh in dem ich absolut null Probleme mit Blasen oder Druckstellen habe! SKECHERS macht’s möglich!

Mit meiner Leistung bin ich den Umständen entsprechend zufrieden, dass die Beine noch nicht wieder frisch sein könnten, darauf war ich eingestellt. Daher ist jetzt etwas Regeneration angesagt, bevor es in einen neuen Trainingsblock ohne große Wettkämpfe für die zweite Saisonhälfte geht. Die nächsten beiden Mitteldistanzen für mich finden im heimatlichen Ostdeutschland statt, wo genau, dazu später mehr! ;)

Und um den Kreis zu schließen: Papa finishte die Olympische Distanz mit 41km Radfahren und 10,8km Laufen nach starken 2:33h! Mit normalen Rennrad! Ohne Klickpedale! Und mit unrasiertem Beinen! Sohn ist stolz auf dich! :D

Erste Bilder vom Rennen gibt es dank Ingo Kutsche hier:

Der Präsident des Bayrischen Triathlonverbandes sagte auf der Pressekonferenz vor dem Rennen: “Der Chiemsee Triathlon ist ein Aushängeschild für Bayern!” Das kann ich so unterschreiben! Geniales Rennen! Daumen hoch!

 

“Haste Scheiße am Fuß…

Haste Scheiße am Fuß!”

Dieser alten Fußball- Weisheit blieb ich – unfreiwillig – auch beim IRONMAN 70.3 Aarhus/ Dänemark treu. Immerhin steht nach großem Kampf am Ende mit Platz 8 immer noch ein recht ordentliches Ergebnis zu Buche.

Die ganze Geschichte:

Mit viel Vorfreude und Selbstvertrauen aus den sehr vielversprechenden letzten Trainingseinheiten fuhr ich am Freitag nach Dänemark, das mich typisch skandinavisch kühl und stürmisch empfing. Um nach der ca. 700km langen Fahrt den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, war der Test der Schwimmstrecke genau richtig: Das wunderbar klare Wasser der Ostsee hatte zu dem Zeitpunkt nur ca. 14 Grad.

Schon der Samstag verlief dann aber suboptimal. Die obligatorische kurze Radeinheit am Wettkampf-Vortag war schon nach 20km durch einen Platten im Scheibenrad vorbei. Ein Riss in der Reifenwand, da half auch die Dichtmilch nicht mehr sondern nur noch eine sündhaft teure Taxifahrt zurück ins Hotel. Ein neuer Reifen war dann aber schnell geklebt und ich sah es als gutes Zeichen im Rennen verschont zu bleiben.

Am Sonntagmorgen hielt das Wetter dann blauen Himmel, kühle Temperaturen und den gewohnt stürmischen Wind parat. Das Wasser hatte sich auf knapp über 16 Grad erwärmt (das kann durch den starken Wind und die Strömungen in der Aarhus Bucht sehr schnell gehen) und somit waren logischerweise auch die vollen 2km zu schwimmen.

Auf dem langgezogenen rechteckigen Kurs kam ich relativ schwer in Schwung und so ein richtiges Wassergefühl wollte sich nicht einstellen, dennoch kam gut vorwärts und führte eine Dreiergruppe an. Der Rückweg war durch den ablandigen Wind doppelt schwer zu schwimmen aber immerhin bedankten sich meine beiden Begleiter dann für meine Führungsarbeit und schwammen zumindest auf den letzten 500m vorneweg. Mit 2:50 min Rückstand auf den Superschwimmer Rasmus Petræus und ca. 2,5 min auf dessen ersten Verfolger war ich als 9. noch voll in Schlagdistanz und freute mich auf die Jagd über den Radkurs.

Nach dem langen Sprint durch die Wechselzone schwang ich mich aufs Rad und… rutschte auf der noch leicht feuchten Straße weg und legte mich erstmal auf meinen Allerwertesten. Kein Stress, dachte ich, wieder rauf und weiter. Dachte ich! Denn das Rad war so unglücklich gefallen, dass es den Lenker völlig verdreht hat. Fest genug angezogen war er definitiv, denn ohne die Schrauben zu lockern bewegte sich gar nichts.

Etliche erfolglose Versuche später saß ich resignierend und den Tränen nahe am Bordstein, denn ich hatte mittlerweile schon eine Menge Zeit verloren und etliche Konkurrenten vorbei ziehen sehen müssen. Auch Rufe nach Bike Support und Werkzeug waren nicht hilfreich. Allerdings wollten mich die Unmengen an Zuschauern nicht aussteigen lassen und schließlich fand sich jemand der extra für mich zu seinem Auto sprintete und mir den benötigten Imbus holte. Ich konnte es dann relativ zügig reparieren, wollte endlich los, konnte aber nicht, da sich die Kette auch noch unheimlich verklemmt hatte… Murphys Laws Nr. 1! Wie ich im Nachhinein bei der Auswertung des Garmin Computers sehen konnte, hat mich die gesamte Aktion reichlich 6 min gekostet!!

Dann endlich am Rad donnerte ich los und fuhr mir den Frust von der Seele. Auf den ersten ca. 25 km, wo einen der stürmische Wind meist direkt ins Gesicht blies, hatte ich ständig eine 4 als erste Ziffer auf dem Wattmesser stehen – wenn das mal gut geht. Ich konnte überraschend schnell den starken Radfahrer und super Läufer Mads Vittrup und auch einige andere Athleten ein und gleich überholen. 2012 war dieser noch schneller gefahren als ich, ich muss also gut unterwegs gewesen sein. Bis km 80 war es dann ein sehr einsames Rennen. Ich habe zwar nicht wirklich erwartet nach diesem riesen Rückstand Leute aus der Spitze einholen zu können, trotzdem war es äußert deprimierend. Langsam bekam ich etwas mein brutales Anfangstempo zu spüren, hielt die Geschwindigkeit aber trotzdem hoch. Die durchschnittliche Wattleistung war so hoch wie nie zuvor in einer Mitteldistanz. Die vielen technischen Passagen des Kurses nahm ich souverän aber ohne Risiko. Ca. 10km vor dem Wechsel sah ich dann sogar noch Rasmus Petræus vor mir und konnte mich auch hier gleich absetzen.

Schon beim Laufen durch die Wechselzone spürte ich deutlich, dass mein linker zweiter Zeh bei dem kleinen Sturz etwas abbekommen hat. Mein Wechselbeutel war dann zu allem Überfluss auch noch gut versteckt und ließ sich Zeit bis er sich zeigte Murphys Law Nr. 2.

Zu Beginn des Laufs hatte ich etwas über 30sec Rückstand auf den vor mir laufenden Platz fünf. Jetzt hatte ich mir es am Rad schon richtig gegeben, jetzt konnte ich also auch gleich weitermachen. Ich schlug ein hohes Tempo an und schob mich nach drei km bereits auf Platz fünf. Selber wurde ich aber mittlerweile auch von den starken Läufern Petræus und Vittrup gejagt. Körperlich ging es mir noch relativ gut, allerdings wurden die Schmerzen im Zeh mittlerweile immer stärker. Ende der zweiten von drei Runden habe ich mich dann leider auch meinen beiden Verfolgern beugen müssen. In der letzten Runde wusste ich dann teilweise nicht mehr wie ich mit dem linken Fuß auftreten sollte und konnte keinen sauberen Laufschritt mehr durchziehen. Trotzdem habe ich mich noch irgendwie in den Top8 ins Ziel gerettet…

Es überwiegt natürlich in erster Linie die Enttäuschung. Ohne den Zwischenfall hätte ich mit gesunden Füßen um die Plätze auf dem Podium mit gekämpft. Aber ein kleiner Stolz, das Rennen unter diesen Umständen noch so durchgezogen zu haben bleibt auch!

Und so versuche ich, auch wenn es sehr schwer fällt, das Positive mitzunehmen in die nächsten Rennen. Zumindest den Titel “Triathlon-Pechvogel des Jahres” kann mir wohl jetzt keiner mehr nehmen.

Noch ein paar Wörter zu Aarhus. Wie schon bei meinem ersten Besuch habe ich mich hier gleich wieder super wohl gefühlt. Die Menschen sind wahnsinnig sportbegeistert, man hatte das Gefühl das jeder Einwohner, der nicht selbst am Start war, lautstark die Athleten an der Strecke unterstützte.

Die Wettkampfstrecken sind herzlich aber hammerhart. Flach ist es so gut wie gar nicht. Wenn der Kraichgau das “Land der 1000 Hügel” ist, ist Aarhus das Land der 10 000 Hügel und so kommen auch hier, im ach so flachen Dänemark, 1000 hm auf der Radstrecke zu Stande. Auch auf der abwechslungsreichen Laufrunde durch Stadt, Stadion und Park ist es nur auf dem einem Kilometer auf der Küstenstraße flach.

Aarhus ist und bleibt eines meiner Lieblingsrennen, Ich mag Dänemark, deshalb komme ich zum KMD IRONMAN 70.3 Kronborg wieder.

 

Alle Jahre wieder…

Nach 2011 und 2012 habe ich mich auch dieses Jahr beim Saaletal Einzelzeitfahren unter die Radsportler gemischt. (2013 sind das Rennen wegen Baumaßnahmen und ich ja wegen Knochen-Baumaßnahmen ausgefallen ;)

Nach dem Extreme Man in Düren konnte ich mich sehr schnell erholen und den nächsten Trainingsblock für die kommenden Ziele starten. Dabei standen vor allem längere Läufe und Koppeltrainings im Vordergrund, wo ich auch wieder richtig Selbstvertrauen für die Laufform tanken konnte. 

Sozusagen den Abschluss des richtig harten Trainings vor dem nächsten wichtigen Rennen bildete gestern das Zeitfahren in Saaletal. Am Vortag standen noch 20 km Laufen, 4,5 km Schwimmen und Umzugshilfe mit jeder Menge Treppen steigen an. Vor allem davon spürte ich schon beim zügigen Lauf gestern Vormittag eine ordentliche Vor-Ermüdung. Am Mittag rollte ich dann die 15 km locker nach Salzmünde, was die Schenkel anscheinend wieder ganz gut lockerte. 

Denn auf der 30,5 km langen und wie immer stark windanfälligen schönen Strecke entlang der Saale, musste ich mich nur der mitteldeutschen ”Zeitfahrübermacht” Tino Beck knapp geschlagen geben. ;) Mit zufriedenstellenden 375 Watt im Durchschnitt verbesserte ich meine eigene Bestzeit dennoch um knapp eine Minute. Eine bessere Zeit habe ich wohl durch meine ziemlich verbremsten Wenden verschenkt … Aber Spass hat es trotzdem wieder gemacht!! 

Am kommenden Sonntag wird es nun wieder richtig ernst. Es geht zum IRONMAN 70.3 Aarhus in Dänemark. An das Rennen 2012, damals noch unter ‘Challenge’ Label, habe ich sehr gute Erinnerungen. Nachdem ich letztes Jahr ja leider verletzungsbedingt absagen musste, freue ich mich nun wieder auf ein heißes Rennen im kühlen Norden. Strecke und Klima liegen mir, einfach wird es bei der namhaften Konkurrenz um Jordan Rapp, Martin Jensen, Patrick Lange, Rasmus Petraeus uvm. aber definitiv nicht! 

Ziel? Dieses mal KEINE Extrarunden drehen und meine Leistung beim Laufen abrufen – dann sollte einiges gehen!!! ;) 

Dejavu in Düren

Denn wie schon wie vor zwei Wochen bin ich auch beim Extreme Man Düren vom “rechten Weg” abgekommen. Diesmal allerdings vollkommen schuldlos…

Die Bedingungen für ein schnelles Rennen waren absolut gegeben. Ich konnte nach Rimini weiter gut trainieren und reiste fit mit Enrico im Gepäck, der für eine perfekte Rundumbetreuung sorgte, nach Düren. Dazu ein super komfortables Hotel und stressfreie letzte Vorbereitungen… nur die Radstrecke konnten wir mangels Markierungen nicht richtig finden.

Schwimmen: ging im schönen und sauberen Dürener Badesee recht ordentlich. Allein an dritter Stelle liegend stieg ich 2min nach dem IRONMAN Weltmeister Frederik Van Lierde aus dem Wasser.

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Der Wechsel klappte prima und auch beim Radfahren kam ich gleich gut in Fahrt. Bis nach ca. 5km in einem Ort… ein Krankenwagen versperrt den Weg, ein Streckenposten fotografierte lieber anstatt mir den richtigen Weg zu weisen und zack fuhr ich gerade weiter an ein Stelle wo ich hätte rechts gemusst. Nach einer Weile vermisste ich Absperrungen und Menschen an der Strecke. Als mir dann auch noch ein Auto entgegen kam war mir relativ klar was passiert war. Kurz nachdem ich umgedreht bin, kam mir besagter Krankenwagen entgegen, der mir anscheinend nachgefahren war, und der Fahrer verriet mir den richtigen Weg.

In diesem Moment hätte ich am liebsten irgendwo randaliert wie Kevin Großkreutz im Hotel… aber da ich kein Fußballer sondern Triathlet bin, ging es mit mächtig Wut im Kessel weiter. Wieder auf Strecke fuhr ich auf die Gruppe, die hinter mir aus dem Wasser gekommen war, auf und mit einer Attacke direkt dran vorbei. Nur zwei Athleten, darunter ein Staffelradfahrer, konnten erstmal folgen.

Als nächstes ging es in den gut 10km langen, nach oben immer steiler werdenden und insgesamt drei mal zu fahrenden Anstieg in die Nordeifel. Dort machten die beiden Mitfahrer mächtig Druck. Nach dem höchsten Punkt folgte eine längere rasante Abfahrt mit sowohl High Speed Geraden als auch technisch schwierigen Abschnitten. Für mich also ideal, deshalb war ich danach auch mich allein gestellt. Nach einem längeren ebenen Abschnitt mit viel Wind, wo ich den bis dato Zweitplatzierten überholen konnte, ging es wieder in die neue Runde. In den Anstiegen investierte ich weiterhin sehr viel um dort nicht viel Zeit zu verlieren. Im Endeffekt vielleicht etwas zu viel…

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Denn das Laufen klappte mit 1:23h für den Halbmarathon leider wieder nicht so richtig wie ich mir das vorgestellt und wie ich auch trainiert habe. Muskulär war ich noch immer recht frisch und konnte gut einen Schnitt von 3:30-3:40 min/km auf der anspruchsvollen Strecke anschlagen. So vergingen die ersten beiden Runden auch noch ordentlich, allerdings hatte ich dann wieder mit Energieproblemen zu kämpfen und kam letztlich auf Platz 4 ins Ziel.

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Ursachen: Zu hohe Leistungen in den Anstiegen, dafür zu wenig zugeführt, recht kühle Temperaturen … ?!?

Das müssen wir uns in den Tagen nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen und beim nächsten Rennen dann hoffentlich besser machen!

Und zum Thema Großkreutz: Ich bin trotzdem BVB Fan! ;)

“Das Leben ist eine Ansammlung von Versuchen. Wenn alles was mir machen, immer 100%ig klappt, wie scheiße-langweilige wär das denn!”
Jürgen Kopp nach dem verlorenen Pokalfinale

 

Immerhin der Tag endete noch sehr schön mit einer tollen Sightseeing Runde durch Köln mit netten Menschen. :)

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Spontanstart in Gera…

… mit unglücklichen vierten Platz “belohnt”.

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Wettkampf ist das beste Training! Da ich erfahrungsgemäß immer ein paar Rennen bis zur Topform brauche, eine harte Belastung heute wieder gut passte und in Gera ein schöner sowie stark besetzter Wettkampf gleich um die Ecke war startete ich heute also beim Powertriathlon über die Olympische Distanz. Nach dem harten Rennen und unheimlich vielen Kilometern im Auto am vergangenen Wochenende versprach ich mir natürlich keine Höhenflüge.

Schwimmen findet beim Powertriathlon im Hofwiesen(Hallen-)bad auf der 50 m-Bahn statt, was angesichts nicht mal 10°C Außentemperatur und Dauerregen super angenehm war. Zusammen mit den 7 schnellsten Schwimmern auf Bahn 4 ging sofort die Post ab. Ich schnappte mir die Füße von “Mr. knapp 20 min”, der mir allerdings nach 200 m schon zu langsam wurde. Leider musste der Kollege noch eine ganze Weile neben mir randalieren und das Überholen erschweren, bis ich endlich vorbei kam. Ganz vorn stieg Bundesliga-Starter Maximilian Dietz nach nicht mal 17 min aus dem Becken. Ich konnte zwei Verfolger abschütteln und folgte 3 min später als fünfter. Wieder eine gute Einheit für mehr Schnelligkeit! ;) Zum ersten mal konnte ich übrigens den neuen Teflon-Einteiler von KEJANO ausprobieren. Sowohl im Wasser als auch draußen im Regen fühlte der sich einfach fantastisch an!!

Nicht anziehen dagegen konnte ich meine Armlinge am Rad, die waren einfach zu nass. Also ohne raus auf die Radstrecke. Ich fand schnell meinen Rhythmus und konnte überraschend hohe Wattwerte in den klatschnassen und extrem rutschigen Geraer Asphalt stampfen. Nach der ersten Runde allerdings trafen Unachtsamkeit meinerseits und Schläfrigkeit eines Streckenpostens zusammen und sorgten dafür, dass ich nicht wie vorgesehen, wieder rechts Richtung Bad fuhr, sondern geradeaus auf der Hauptstraße weiterdonnerte. Ich war wahrscheinlich noch von der idiotensicheren Streckenabsicherung in Rimini verwöhnt! ;)

Ich hörte den Helfer noch irgendwas brüllen, war mir aber nicht sicher was und ob überhaupt wegen mir… also erstmal weiter. Als mir aber die Führenden an etwa erwarteter Stelle nicht entgegenkamen, war klar: ja, er brüllte wegen mir weil ich falsch gefahren bin. Verdammt!! Irgendwas ist immer!

Mit viel Wut über mich selbst und die verlorenen wertvollen Minuten dampfte ich zurück und mit noch viel höheren Wattzahlen weiter über die richtige Strecke. An den Wenden und Kurven allerdings fuhr ich extremst vorsichtig um keinen Sturz zu riskieren.

Trotz allem noch mit der drittbesten Radzeit kam ich als vierter mit reichlich Abstand nach vorn und hinten zum zweiten Wechsel. Ehe ich die erfrorenen Füße in die Laufschuhe gequetscht hatte, verging etwas mehr Zeit als sonst! Die 10 km musste ich dann wie geplant nicht mehr am Limit laufen und konnte im flotten Schritt die anspruchsvolle aber schöne Laufstrecke sowie die, trotz des miesen Wetters tolle Stimmung, noch etwas genießen.

Jetzt folgt nochmal ein satter Trainingsblock um bei den kommenden großen Rennen die Platzierungen weiter zu verbessern!

Bis dahin! :)

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Sehr geehrter Herr…

“Mann mit dem Hammer” ,

Es war nett und lehrreich Sie vergangen Sonntag bei Kilometer 5 auf der Laufstrecke der Challenge Rimini kennengelernt zu haben.

Jedoch möchte ich meinerseits auf eine nähere Partnerschaft und weitere Treffen verzichten.

Ich hoffe auf ihr Verständnis,

Mit freundlichen Grüßen,

Ma Li

 

Die ganze Geschichte – kurz gefasst damit wir das schnell abhaken können:

Challenge Rimini, das bedeutet 2km Schwimmen im offenen Meer, anspruchsvolle und mit harten Anstiegen gespickte 92km am Rad und exakte 21.1km Laufen auf der Strandpromenade – ein wunderschönes Rennen in herrlicher Umgebung – das dementsprechend ein enorm starkes Starterfeld anlockte.

So auch mich! ;) Nach einem 12h-Roadtrip im “Race Vito” powered Mercedes-Benz Schloz und Wöllenstein Annaberg bin ich am Freitag Mittag mit Markus Hörmann an Board in Rimini gelandet. Die Reise war ein Genuss!

Vor dem ersten richtigen Rennen nach langer Zeit ein Ziel zu setzen war natürlich schwierig – zumal mir die Radstrecke mit ihren enorm steilen Anstiegen nicht wirklich entgegen kam und eher etwas für die italienischen Ex-Radprofis im Feld war. Dennoch wusste ich um meine solide und gute Vorbereitung bis dahin und nahm einen Top10 Platz ins Auge.

Das Schwimmen im Meer bedeutete für mich auch das erste mal Neo und Freiwasser dieses Jahr.  Der aquaman ART bereitet mir da allerdings keine Probleme. Anziehen und wohlfühlen! Trotzdem bin ich das Schwimmen sehr defensiv angegangen, wohl noch aus etwas wenig Vertrauen in mich selbst. So war eine gute Gruppe leider weg und ich auf mich allein gestellt. Im Endeffekt war es trotzdem noch ganz ordentlich.

Nach einen gefühlt ewigen Lauf über den Strand und durch die lange Wechselzone bis zu meinem Rad klappte der erste Wechsel sehr gut. Auf meinem Brothers N1 fand ich dann schnell in meine Wettkampfpace rein und es begann das lustige Spielchen kleine Gruppen einzuholen und wegzufahren. In den steilsten Anstiegen musste ich natürlich regelmäßig an mein Limit gehen, spätestens in den Abfahrten konnte ich durch meine Fahrtechnik entscheidende Lücken reißen.

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Nach ca. 20km kam Cigana in einem Anstieg vorbei. In diesem Moment hatte ich keine Chance mitzugehen. So war ich leider auch auf der Radstrecke fast komplett auf mich allein gestellt.

Als 10. kam ich schließlich zum zweiten Wechsel und spürte, dass die Beine trotz der heftigen Radleistung noch recht frisch waren. Ein solider Halbmarathon sollte diese Platzierung eigentlich halten. Doch erstens kommt es anders… und so!

Ich konnte zunächst ein flottes Tempo anschlagen und fühlte mich gut. Nach dem ersten Wendepunkt bei 3,5km merkte ich aber schon dass mir irgendwie der Saft ausging. Nach 5km dann traf ich besagten Mann mit dem Hammer. Totaler Hungerast, in dem Moment wurde mir beinahe schwarz vor Augen. Die schwüle Hitze auf der Promenade tat ihr übriges.

Ich pausierte kurz, zwang mich dann aber zumindest erstmal weiter zu gehen. Mein Körper hätte sich am liebsten flach auf den Boden gelegt, aber für den Kopf war aufgeben diesmal keine Option! Im Gehen-Joggen Wechsel ging es zur nächsten Verpflegungsstation, wo ich so viel Cola wie möglich trank. Nach 11km etwa schien der Zucker angekommen und meine Fortbewegungsfom war wieder als Laufen zu erkennen. So konnte ich immerhin zwischen den Verpflegungsstellen ein 4min/km-Tempo anschlagen und mich nach 1:35h Hölle noch als 22. ins Ziel retten.

Lektion gelernt. Haken dran und Blick nach vorn. Zum Extreme Man Düren am 1. Juni.